Alles Rechtliche über Bestattungen

Alles Rechtliche über Bestattungen

10 November 2014 - 10:00
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Stirbt jemand aus dem Verwandtenkreis, ist es nicht nur schwierig für einen den Verlust des Menschen zu akzeptieren, sondern auch sich um alle rechtlichen Einzelheiten zu kümmern. Eine Beerdigung hat nicht selten immense Kosten zur Folge. Doch wer hat diese Kosten zu tragen und was muss nach dem Tod des Angehörigen beachtet werden. Wer darf die Beerdigung veranlassen und wer nicht. Im folgenden Blogbeitrag werden alle wichtigen Einzelheiten geklärt, die sich in einem Todesfall ergeben.

Was ist unter „Bestattungspflicht“ zu verstehen?

Da das Bestattungsrecht in Deutschland die Kompetenz der Bunderländer gem. Art. 70 GG ist, haben alle deutschen Bundesländer eigene Bestattungsgesetze erlassen, die nach Bundesland zu Bundesland untereinander variieren.

Die Bestattungspflicht ist aus den Bestattungsgesetzen der einzelnen Bundesländer zu entnehmen:

Baden-Württemberg,

Bayern,

Berlin,

Brandenburg,

Bremen,

Hamburg,

Hessen,

Mecklenburg-Vorpommern,

Niedersachsen,

Nordrhein-Westfalen,

Rheinland-Pfalz,

Saarland,

Sachsen,

Sachsen-Anhalt,

Schleswig-Holstein und

Thüringen.

 

Sie besagt, dass es in Deutschland eine Friedhofspflicht oder ein Friedhofszwang existiert. D.h. das jeder Verstorbene auf einem Friedhof oder einer genehmigten Bestattungsfläche bestattet werden muss und die Angehörigen sich darum kümmern müssen.

Die Bestattungspflicht bürgt den Angehörigen des Verstorbenen die Pflicht, die Bestattung zu veranlassen.

Zulässige Bestattungsarten

In Deutschland kann es zwischen einer Feuerbestattung (Einäscherung) oder einer Erdbestattung gewählt werden. Urnen mit der Asche der Verstorbenen dürfen nicht privat aufbewahrt werden. Wie sich aus der Bestattungspflicht (s.o.) ergibt, müssen Verstorbene auf einen Friedhof oder einer genehmigten Bestattungsfläche beigelegt werden.

Es gibt die Möglichkeit

  • eines Wahlgrabs, d.h. es wird selbst eine Grabstelle im Friedhof ausgewählt (teuerste Bestattungsart).
  • eines Reihengrabs, d.h. die Gräber werden nach der Reihe nach vergeben ohne selbst über die Lage zu entscheiden (geringere Kosten als die es Wahlgrabes, Verlängerung nach der Ruhezeit oftmals nicht möglich).
  • eines anonymen Grabes, d.h. Angehörige wissen nicht, wo der Tote begraben wurde, da das Grab namenlos ist (Kosten sehr gering). Die Beisetzung erfolgt in einem Gemeinschaftsgrab. Der Tote muss zu Lebzeiten handschriftlich ein Dokument ausgestellt haben, dass er anonym begraben werden möchte.
  • einer Baumbestattung, d.h. die Asche des Toten wird im Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt. Auf Wunsch können kleine Schilder mit dem Namen und Daten des Verstorbenen angebracht werden. Die Nutzungszeit liegt je nach Bundesland bis zu 99 Jahren, in der der Baum nicht abgeholzt werden darf.
  • eines Kolumbariums, d.h. die Urne wird in ein kleines Gebäude eingesetzt.
  • einer Seebestattung, d.h. die Asche des Verstorbenen wird in eine wasserlösliche Urne außerhalb der Fischfangbereiche in die Ost- oder Nordsee von einem Kapitän versenkt und die genaue Position auf einer Seekarte festgehalten und den Angehörigen ausgehändigt (zu Lebzeiten muss der Verstorbene handschriftlich unter Angabe von Ort, Datum, Unterschrift und einer Begründung diesen letzten Willen über die Seebestattung festgehalten haben).
  • einer Naturbestattung, d.h. der Tote wird bspw. im Friedwald bestattet (s.o. Baumbestattung).
  • einer Weltraumbestattung, d.h. ein kleiner Teil der Asche wird mit einer Rakete in den Weltraum befördert und der andere Teil wird auf die normale Art bestattet.
  • einer Diamantenbestattung, d.h. die Kohlenstoffanteile aus der Asche werden getrennt und zu einem Diamanten gepresst, der Rest der Asche wird auf die herkömmliche Art bestattet.

 

Weitere Möglichkeiten der Bestattungsarten können beim Bestatter nachgefragt werden.

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