Auto Ratenzahlung über zwei private Personen

Gespeichert von MikeM am 27. Januar 2015 - 15:48

Hallo!

Ich habe ein etwas sehr verzwicktes Problem, um es am besten zu schildern muss ich in die Vergangenheit reisen, um euch mein Problem so genaustens wie möglich zu schildern.

Es war ungefähr vor einem Jahr, ich und meine Freundin (wir nennen sie Karin) brauchten ein Auto. Der Vater von Karin arbeitete bei einem Autohändler. Nach einiger Überlegung, von der Vaters Seite aus und mir, beschlossen der Vater und ich eine RATENZAHLUNG für das Auto abzuschließen, über den Autohändler. Diese Raten in Höhe von 100€ wurden ihm dann vom Monatsgehalt abgezogen. Daraufhin habe ich jeden Monat 100€ an sein Konto überwiesen.

Ich hoffe das war informationsreich, hier noch ein paar Eckdaten:

  • Das Auto ist auf meinem Namen angemeldet und ich habe ohne jegliche Probleme bis jetzt jeden Monat die 100€ auf sein Konto überwiesen,
  • Karin und ich sind nicht mehr zusammen,
  • es wurde nichts im Zusammenhang mit dem Auto etc.pp. vertraglich abgeschlossen!!!!!!!

Problem:

Der Vater möchte nun, dass ich den restlichen Betrag auf einen Schlag begleiche, dies ist jedoch eine Summe, die meine finanzielle Angelegenheit nicht zulässt. Ich möchte lieber die restlichen Monate die 100€ jeden Monat überweisen, nun jedoch droht er mir das Auto zu entwenden! Und zwar mit einem Abschlepper von dem Unternehmen, in welchem der Vater arbeitet!

Ist er dazu befugt? Kann er mir einfach ohne jeglichen Grund das Auto wegnehmen, obwohl das Auto auf meinen Namen angemeldet ist und ich rechtmäßiger Besitzer des Autos bin? Das Einzige was vertraglich festgehalten worden ist, ist ein Vertrag zwischen ihm und seinen Arbeitgeber, welches dem Arbeitgeber befugt ihm 100€ weniger zu überweisen, als wie in seinem Tarifvertrag vereinbart, eben gerade aufgrund der Ratenzahlung.

Hoffe ich habe es so ausführlichst wie möglich beschrieben und hoffe auf schnelle Hilfe.

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Hallo MikeM,

das Problem ist tatsächlich sehr verzwickt.

Wie haben Sie das Geld an den Vater von Karin überreicht? Per Kontoüberweisung? Haben Sie einen Nachweis darüber, dass Sie dem Vater von Karin jeden Monat 100,00 EUR zahlen für das Auto?

Das Auto wurde juristisch unter Eigentumsvorbehalt an Sie übergeben, d.h. bis Sie das Auto vollständig zurückzahlen, sind Sie rechtlich gesehen nur der unmittelbare Besitzer und nicht der Eigentümer, auch wenn Sie der Halter des Fahrzeuges sind.

Der Eigentümer ist noch bis zur vollständigen Zahlung des Kaufpreises das Unternehmen. Der Vater von Karin kann von Ihrer und seiner Vereinbarung nicht abweichen. Dies könnte er nur dann, wenn Sie bspw. das Zahlen der 100,00 EUR monatlich einstellen.

Rechtlich ist er dazu nicht verpflichtet. Ein Vertrag muss nicht immer schriftlich abgeschlossen sein, damit er rechtlich wirksam ist. Aufgrund der Privatautonomie können Verträge auch mündlich abgeschlossen werden.

Aus beweisrechtlichen Gründen ist ein schriftlicher Vertrag natürlich vorteilhafter. Abgesehen davon können auch Zeugen herangetragen werden, die bezeugen können, dass Sie den Vertrag auf diese Weise mündlich abgeschlossen haben.

Falls der Vater von Karin sich nicht an der Vereinbarung halten sollte, würde ich Ihnen empfehlen, einen Anwalt zu konsultieren, der sich sodann um die verzwickte Angelegenheit kümmert.

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass der Vater von Karin nun, da Sie nicht mehr mit Karin zusammen sind, Angst um sein Geld hat und das Geld nun haben möchte, bevor er auf den Kosten sitzen bleibt und das Auto nicht sieht.

 

Viele Grüße

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