Autokauf

Gespeichert von Fiasko am 6. August 2014 - 12:41

Hallo!

Ich habe vor 3 Wochen einen Ford Ka Bj.2002 für 750,-€ von privat gekauft.

In der Annonce stand "im guten Zustand, ohne Mängel oder Unfall".

Einen Tag später kommt beim Werkstattcheck heraus,dass das Auto Schrott ist und wörtlich : "Lebensgefahr besteht".

Gestern haben wir die Vorbesitzer aufgesucht. Sie haben das Auto vor 7 Wochen für 300,-€ verkauft und dachten,es geht in den Export. Sie haben die 300,-€ nur noch für die fast neuen Winterreifen haben wollen. (Die fehlenden Achsmanschetten liegen noch bei den Vorbesitzern. Im Auto ist die rechte undicht!?) Bedeutet das nicht, das unter das Auto geguckt wurde beim Einbau der Manschetten?

Leider habe ich für "gekauft wie gesehen" unterschrieben. Kann ich trotzdem noch etwas gegen den Kauf unternehmen? Vielen Dank für die Bemühungen!

LG

Hier noch ein kleiner Ausschnitt aus dem Bericht:

  • Lenkgetriebe undicht
  • Längsträger Aufnahme durchgerostet -
  • Längsträger Motorraum durchgerostet
  • Schweller beidseitig durchrostet
  • Bremsleitungen rostig usw.
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Hallo Fiasko,

Sie können dagegen trotz des Haftungsausschlusses "gekauft wie gesehen" vorgehen. Haben Sie denn beim Autokauf unter das Auto geschaut?

Zumindest wurde Ihnen mit der Announce zugesichert, dass das Fahrzeug im guten Zustand, ohne Mängel oder Unfall ist". Diese Zusicherung muss auch im Falle eines Haftungsausschlusses wie es bei "gekauft wie gesehen" vorliegen. Sie haben Anspruch auf diese Eigenschaften.

Wenn aus dem Werkstattcheck zu entnehmen ist, dass das Auto eine Lebensgefahr darstellt, kann es sich nicht mehr um ein Auto im guten Zustand handeln. Haben Sie sich denn nicht vor dem Kauf die HU angesehen? Bzw. wann der letzte TÜV - Test war?

Haben Sie bspw. das überprüft, hätte es jedermann auffallen müssen, dass am Fahrzeug etwas nicht in Ordnung ist, dann hätten Sie im schlimmsten Fall keine Ansprüche.

Ist es jedoch einem Laien nicht möglich aus dem Besichtigen zu entnehmen, dass etwas am Auto nicht stimmen könnte, hätten Sie ganz normale Gewährleistungsansprüche und falls der Verkäufer sich weigert diese zu leisten, Anspruch auf den Rücktritt und auf Kaufpreisrückzahlung, sofern Sie jedoch erst dem Verkäufer den Mangel anzeigen und ihm eine Frist zur Nacherfüllung einräumen.

 

Schauen Sie sich hierzu den folgenden Blogbeitrag an:

http://www.jurarat.de/gekauft-wie-gesehen-aus-rechtlicher-hinsicht

 

Gruß,

Roland

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