Kündigung wegen Eigenbedarf nach Hauskauf

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am 5. Dezember 2013 - 8:41

Hallo an alle.

Meine Frau und ich haben vor ein Haus zu kaufen. In diesem Haus wohnen im Untergeschoss eine 4 köpfige Familie. Im Obergeschoss eine ältere Frau.

Das Untergeschoss soll nach dem Kauf des Hauses selbst für uns (Meine schwangere Frau und ich) selbst genutzt werden.

Allerdings ist der Hauskauf nur möglich, wenn die Familie im Untergeschoss auszieht, da ich auf keinen Fall eigene Miete (wir wohnen derzeit selbst in Miete) und gleichzeitig den Kredit für den Hauskauf tilgen kann.

Die ältere Frau kann im Obergeschoss wohnen bleiben.

Wie sollte ich in diesem Fall verfahren bzw. was ist zu beachten?

 

Vielen Dank und viele Grüße

Simon

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Hallo Simon,

Sie benötigen für den Eigenbedarf ein "berechtigtes Interesse". Hierfür müssten Sie uns erstmals sagen, weshalb Sie die Wohnung brauchen und nicht mehr in Ihrer jetzigen Wohnung leben können?

Da Ihre Frau schwanger ist, könnte eventuell das berechtigte Interesse darin liegen, dass Sie ab nun an mehr Raum benötigen, weil Sie Familienzuwachs bekommen werden. Jedoch können Sie sich nur dann auf dieses Argument berufen, wenn Ihre jetzige Wohnung kleiner wäre als die im Untergeschoss des Hauses.

Auch könnte eine Berufung auf dieses Argument problematisch werden, da Sie genau wissen, dass Sie Familienzuwachs bekommen und daher sich das Haus kaufen, um zu kündigen. Das wäre nicht vom Recht zu billigen. Wenn dies die Familie auch so sehen sollte, könnte die Familie "Widerspruch gegen die Ihre Eigenbedarfskündigung einlegen".

Hätten Sie noch andere Gründe? Eine Liste von möglichen Gründen für ein berechtigtes Interesse finden Sie hier:

http://jurarat.de/moegliche-gruende-fuer-ein-berechtigtes-interesse-bei-...

Haben Sie noch Fragen?

 

Vielen Dank für die schnelle Antwort!

Also erstes Interesse ist natürlich den Erwerb einer Immobilie als Altersvorsorge. Ich denke aber nicht, dass dies "berechtigt" zu kündigen.

Es ist einfach so, dass ich dann anstatt "Miete" in der jetzigen Wohnung "Tilgung" im Eigenheim wäre.

Die jetzige Wohnung ist sogar noch etwas größer als die im Untergeschosses des Hauses. Insofern scheidet das Argument aus. Allerdings haben wir hier keinen eigenen Garten. Den hätten wir in der neuen Wohnung. Und das möchte ich für mein Kind schon. Gilt das als Argument?

Wir heiraten morgen, aber ich wüsste jetzt nicht, warum dies in unserer jetzigen Mietwohnung nicht möglich sein sollte.

Der Immobilienkauf ist tatsächlich der einzige vernünftige Grund. Ich bin 30 Jahre alt und möchte jetzt anfangen mir ein Eigenheim aufzubauen, da ich später, wenn ich in Rente bin nicht in einer Mietwohnung wohnen möchte.

Wie schaut es mit den Fristen aus. Gibt es tatsächlich eine "Sperrfrist" von drei Jahren?

 

Gruß

Eine Frage hätte ich noch zusätzlich:

Der Immobilienmarkler gab an, dass eine Schweizer Familie sehr an dem Haus interessiert sei. Jetzt die Frage: Können Schweizer Staatsbürger hier in Deutschland Eigenbedarf anmelden?

 

Gruß

Guten Abend Simon,

erst einmal wünschen wir Ihnen einen wunderschönen morgigen Tag und alles Gute für Ihre gemeinsame Zukunft.

Wir können Ihr Interesse an einer Eigenbedarfskündigung verstehen und auch den Wunsch der Altersvorsorge. Jedoch reichen Ihre Gründe „vor dem Kauf“ nicht aus, um sich auf Eigenbedarf zu berufen. Da Ihnen vorgeworfen werden kann, weil Sie eben von vornherein nicht "Miete und Tilgungen" gleichzeitig tragen wollten, dass Sie sich gleich ein Mehrfamilienhaus hätten aussuchen sollen, die eine leere Wohnung enthält. Denn Sie hatten von Anfang an die Absicht, selbst in einer Wohnung im Mehrfamilienhaus zu wohnen und nicht nur für die Altersvorsorge.

Der Grund, dass Sie gerne einen „Garten für Ihr Kind hätten“, reicht nicht für ein berechtigtes Interesse aus. Für dieses Interesse müsste eine Familie ihre Wohnung und ihr komplettes soziales Umfeld aufgeben. Das ist in Bezug auf Ihr Interesse, dass Sie einen Garten für Ihr Kind gerne haben wollen, unverhältnismäßig und kann nicht einfach so angenommen werden.

Um Probleme mit den Mietern hinsichtlich einer Eigenbedarfskündigung zu ersparen, würden wir Ihnen empfehlen, sich ein Mehrfamilienhaus zu suchen, wo bereits eine Wohnung leer ist. Hierfür können  Sie eventuell bei dem jetzigen Hauseigentümer nachfragen. Das entnimmt Ihnen unheimlich viel Stress.

Alternativ können Sie, falls Sie bereits die Mieter kennen sollten, (denen Sie kündigen wollen), dass Sie diese einmal fragen, wie Sie über einen Umzug denken und eventuell Ihre jetzige Wohnung denen anbieten, falls die Wohnung in derselben Preisklasse sein sollte. Vielleicht könnten Sie auf diese Weise ein Kompromiss eingehen, wenn natürlich Ihr jetziger Vermieter mit diesem Kompromiss ebenfalls einverstanden wäre.

Bzgl. Ihrer zusätzlichen Frage:

Es kommt bei der Eigenbedarfskündigung nicht darauf an, welche Staatsangehörigkeit die Eigentümer haben, sondern lediglich darauf an, wer der Eigentümer ist. Daher ist auch ein Schweizer berechtigt mit seinem Eigentum so umzugehen, wie das Gesetz es erlaubt.

Bzgl. der Sperrfrist:

Diese gilt lediglich für Wohnungen, die als Eigentumswohnungen umgewandelt worden sind. Soweit wir aus Ihrer Schilderung entnehmen konnten, handelt es sich bei dem Kaufobjekt um ein Mehrfamilienhaus. Wenn die einzelnen Wohnungen in dem Mehrfamilienhaus noch nicht in Eigentumswohnungen umgewandelt wurden, so gilt keine Sperrfrist – lediglich die gesetzliche Kündigungsfrist, die abhängig von der Dauer des Mietverhältnisses ist.

Wurden jedoch die einzelnen Wohnungen im Mehrfamilienhaus in einzelne Eigentumswohnungen umgewandelt, so gilt entweder die Sperrfrist von drei Jahren oder bis zu zehn Jahren, wenn die ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Mietwohnungen zu angemessenen Bedingungen in der Gemeinde, in der das Mehrfamilienhaus liegt, besonders gefährdet ist. Die genaue Sperrfrist können Sie bei der zuständigen Gemeinde anfragen.

 

Vielen Dank für die ausführliche Antwort!

So in etwa hatte ich das erwartet. Wir werden mit den jetzigen Mietern sprechen und ihnen unsere Wohnung anbieten. Wenn sie das nicht machen, haben wir Pech. Dann werden wir das Haus auf keinen Fall kaufen.

 

Gruß

Guten Tag,

wir möchten ein Haus kaufen, welches in 2 Wohnungen unterteilt ist.

Die untere Wohnung könnten wir beziehen, sie wäre auch größer als unsere jetzige Mietwohnung.

Die obere jedoch ist unbefristet vermietet. Der Mieter wohnt dort schon seit 20 Jahren.

Welche Möglichkeiten haben wir, das Haus komplett für uns zu nutzen? Wir sind ledig und kinderlos, Schwangerschaft nicht in Sicht.Ich sehe da eher schwarz.....

Guten Morgen Ina,

Damit Sie beide Wohnungen für sich  haben, benötigen Sie ein berechtigtes Interesse. Hierzu gehört nicht der bloße Wunsch des Vermieters in seinen eigenen vier Wänden zu wohnen. Zumal Sie in Ihrem Fall bereits eine Wohnung in dem Haus hätten.

Hier haben Sie einige Gründe für ein berechtigtes Interesse:

http://jurarat.de/moegliche-gruende-fuer-ein-berechtigtes-interesse-bei-...

Gründe hierfür könnten sein, dass Sie die Wohnung für jemanden aus der Familie benötigen oder Arbeit und Wohnung unter einem Dach platzieren wollen.

Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass für den Fall, wenn ein berechtigtes Interesse vorgetäuscht wird und der Mieter dies bemerkt, dass er gegen den Vermieter Schadensersatzansprüche geltend machen kann.

Viele Grüße

 

Bild des Benutzers Du Ng

Hallo, wir haben vor ein Bungalow mit 108 qm in Mettmann zu kaufen. Das Problem ist, das der aktuelle Mieter (beide ca.70 Jahre) sich weigert auszuziehen. Das ältere Paar lebt schon seit ca. 40 Jahren dort zu Miete. Wir wohnen mit 2 Kindern in einer 3 Zimmer Wohnung zur Miete. Wie hoch besteht die Chance auf Eigenbedarf ? Wodrauf sollten wir achten.
Kurze Infos vom jetzigen Eigentümer. Auch der jetzige Eigentümer hatte vor Jahren auf Eigennutzung geklagt und leider vor Gericht verloren. Als Begründung er hat eine Eigntumswohnung die Größer ist!

Ich hoffe die Infos Reichen erst mal.

LG

Martin

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