Darf ich eine Arbeit ablehnen?

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am 20. November 2011 - 20:10

Ich bin seit ca. einem Jahr arbeitslos und finde in meinem Beruf als Architektin im Augenblick einfach keinen Job. Darf das Arbeitsamt mich einfach irgendwohin schicken? Ich meine, ich habe Architektur studiert und kann und will nichts anderes machen. Können Sie mich dazu zwingen einen anderen Job anzunehmen, in dem sie mir das wenige Geld, was ich von den bekomme, kürzen?

Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen.

liebe Grüße,
Sarah

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Das ist stark davon abhängig, ob Sie sich viel Mühe geben und das nachweisen können. Wenn Sie sich regelmäßig bewerben und das Arbeitsamt darüber in Kenntnis setzen, dann müssen sie nicht davon ausgehen, dass Sie bald als Kellnerin arbeiten müssen. Aber wenn sich die Arbeitslosigkeit hinzieht und es besteht nicht so viel Chance auf eine Stelle in naher Zukunft, da wird das Arbeitsamt Sie leider dazu zwingen über Alternativen nachzudenken.

Ob eine Sperrzeit bei Arbeitsaufgabe gemäß § 144 SGB III eintrifft oder nicht, hängt davon ab, wie man sich im Laufe des Bezuges der Leistungen verhalten hat und damit in erster Linie, ob die Beschäftigung, die Ihnen vorgeschlagen worden ist, für Sie zumutbar ist oder nicht. Ist das vorgeschlagene Arbeitsangebot gemäß § 31 SGB II unzumutbar, reagieren Sie rechtzeitig auf diese Unzumutbarkeit, indem Sie Ihre Situation erklären, bspw. durch hohen Aufwand bei der Erreichung der Arbeitsstelle durch unnötige hohe Fahrtkosten, die unverhältnismäßig sind oder aus gesundheitlichen Gründen etc.- kann man den entstanden Anspruch auf die Dauer einer Sperrzeit seitens des Arbeitsamtes verhindern.
Tun Sie das nicht, gilt die Sperrzeit. Da Sie per Arbeitsangebot auch über die Rechtsfolgen informiert werden, sollten Sie die Gelegenheit auch gleich nutzen, Ihre Situation rechtzeitig zu schildern.
Ob sie, Sie zu einer Tat zwingen können, hängt damit zusammen, wie Sie vorgehen und inwiefern Sie Ihre Situation als unzumutbar erklären und Sie sich im Rahmen Ihrer Eingliederungsvereinbarung verhalten.
Sie müssen bedenken, dass Sie Leistungen beziehen- als Gegenzug zu Erhalt der Leistungen nehmen Sie gewisse Pflichten auf sich. Erfüllen Sie diese Pflichten nicht, kann eine Pflichtverletzung eintreffen, die leider zu einer Kürzung der Leistungen führt.

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