Degradierung nach Elternzeit

Gespeichert von JoCas am 22. Juli 2015 - 17:15

Hallo,

ich brauche einen Rat.

Ich wurde im Januar 2013 als Referentin für Vermarktung eingestellt. Ein Jahr später bat mich meine Chefin die Position der Teamleitung und Vertriebsleitung zu übernehmen. Diese Position steht zwar auf sämtlichen Visitenkarten, auf der Webseite und in allen Broschüren, aber leider nicht in meinem Arbeitsvertrag. In meinen protokollierten Mitarbeitergesprächen mit ihr sowie im Jahresendgesprächsprotokoll ist es aber auch klar nachvollzehbar. Ich war ein Jahr Vertriebsleitung bis ich in Elternzeit ging.

Nun fange ich bald wieder an und meine Chefin möchte mich 2 Hierarchiestufen tiefer als "Assistentin" einsetzen. Zudem auch noch im Mutterverband nicht in der 100%igen Tochtergesellschaft des Unternehmens für das ich gearbeitet habe.

Die angebotene Stelle wird neu geschaffen, also bat ich meine Chefin die Position entsprechend zu benennen.

Ihre Antwort:

"..bei der Stellenbezeichnung muss ich leider passen. Aktuell ist die Position der Leitung Kundenbetreuung komplett entfallen. Ich selbst nehme nun diese Funktion wahr. Im neuen Team ist bereits eine Leitung vorhanden und es wäre gegenüber den Teammitarbeitern schwer darzustellen, dass noch eine künstliche Zwischenebene geschaffen wird. Ich bitte hier um Ihr Verständnis, dass wir in der aktuellen Situation keine vergleichbare Position anbieten können."

Muss ich dieses Verständniss aufbringen und die Position annehmen? Oder muss sie mir wenigstens eine Stellung als Referentin bieten?

 

Danke vorab und Grüße

JoCas

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Liebe JoCas,

ein Arbeitnehmer, der nach der Elternzeit wieder zum Arbeitsplatz zurückkehrt, hat zwar grundsätzlich keinen Anspruch auf seinen früheren Arebeitsplatz. Jedoch einen Anspruch darauf auf die Weise weiter beschäftigt zu werden, die im Rahmen seines Arbeitsvertrages vereinbart wurde. Daher ist es wichtig, dass die Arbeitsstelle konkret beschrieben ist. Wurde die Arbeitsstelle nicht konkret beschrieben, hat der Arbeitgeber größeren Spielraum seinen zurückgekehrten Arbeitnehmer im Betrieb einzusetzen.

Die Degradierung darf nur erfolgen, wenn sie mit der Vereinbarung im Arbeitsvertrag gleichweritg ist und nicht den Arbeitnehmer schlechter darstellt bzw. der Arbeitnehmer nicht weniger Gehalt erhält. D.h. die Arbeitstätigkeit muss den Qualifikationen des Arbeitsnehmers Stand halten, sowie es vor der Elternzeit war.

Bei Ihnen liegt das Problem vor, dass Ihre Beförderung nicht Teil des Arbeitsvertrages wurde. Sie haben die Möglichkeit nun, Ihren Arbeitsvertrag zu korrigieren - ggf. dies auch gerichtlich durchzusetzen oder Sie nehmen die Stelle an, die mit Ihrem Arbeitsvertrag gleichwertig ist.

 

Liebste Grüße,

Melanie

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