Eigenbedarf gegen 85 jährige Frau

Gespeichert von Otto20 am 18. Februar 2015 - 22:31

Guten Abend,

meine Mutter ist 85 Jahre und wohnt 4,5 Jahre in einem Einfamilienhaus zur Miete.

Nun hat der Besitzer zum neuen Jahr gewechselt. Die Familie erwartet ihr erstes Kind und die Geburt soll noch im Februar 2015 liegen. Nun haben die neuen Besitzer meiner Mutter mit einer drei monatigen Frist gekündigt.

Meine Frage ist, ob diese Kündigung rechtens ist, da die Besitzer bereits vor dem Kauf schwanger waren.

Danke für eine Antwort

Otto20

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Guten Morgen lieber Otto20,

die Geburt eines Kindes stellt ein berechtigtes Interesse dar. Auch wenn die Schwangerschaft bereits vor dem Erwerb der Immobilie war. Sowas kann leider passieren. Das berechtigte Interesse, das bei einer Eigenbedarfskündigung gefordert wird,  wird verlangt, damit Personen, die es nicht inne haben, nicht so einfach kündigen können.

Bei den neuen Eigentümern ist es leider der Fall. Die Frage ist weiter, ob die neuen Eigentümer richtig gekündigt haben, sprich wurde wirksam gekündigt. Haben Sie Ihre Mutter darüber informiert, dass sie der Kündigung widersprechen kann? Oder haben sie Ihrer Mutter eine andere Wohnung angeboten, die Sie haben?

Ihre Mutter kann, sofern sie nicht rechtzeitig eine andere Wohnung finden kann und aufgrund ihres hohen Alters sich auf einen sozialen Härtegrund berufen. Das Gesetz bietet ihr eine solche Berufung an.

 

Liebste Grüße,

Melanie

Vielen Dank für deine Antwort. Als erstes die Antworten auf deine Fragen.

Ja sie haben meiner Mutter korrekt gekündigt und auch die Frist richtig eingehalten.
Eine Wiederspruchsbelehrung war auch eingearbeitet. 

Die einzige Frage wäre noch, ob die neuen Besitzer zum Zeitpunkt der Kündigung
auch wirkliche Besitzer des Hauses waren. Aber damit begeben wir uns in den Raum der 
Spitzfindigkeiten. Er hat uns auch keine andere Wohnung angeboten.

Wir haben es dann mit dem Einfachsten probiert und haben mit ihm gesprochen und ihnen
angezeigt, dass unsere Mutter nicht beabsichtigte nochmals umzuziehen. Da dies nicht nur
mit viel Aufregung und Umstellung zu tun hat, sondern auch einen finanziellen Aspekt hat.

Am Ende haben wir uns geeinigt, dass der Neubesitzer sich am Umzug beteiligt und wir somit 
beide Seiten die Situation erträglicher gestaltet. 

Ich bedanke mich nochmals für die Beantwortung der Frage die uns Söhnen in unser Herangehensweise bestätigt hat. Solche Situationen wird es immer wieder mal geben und es kommt darauf an das man sich gütig einigen kann, was Verständnis auf beiden Seiten voraussetzt.

Vielen Dank Andreas

Otto20

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