Eigenbedarfskündigung

Gespeichert von mia am 7. Mai 2015 - 10:19

Einen schönen guten Morgen!                                                                                                        

Hier wurde ja schon Einiges zum Thema Eigenbedarfskündigung geschrieben.

Ich würde gerne kurz eine Frage zu meinem Fall stellen.

Das Haus, in dem ich (im 1. Stock seit 3 Jahren) wohne, ist ein 3 Familienhaus (45 qm pro Wohnung) und wird verkauft. Die anderen Wohnungen stehen leer. Die Kaufinteressenten (Familie mit 4 Kindern), möchten das ganze Haus nutzen, also aus einem Mehrfamilienhaus ein Einfamilienhaus machen und werden mir deshalb nach dem Kauf wegen Eigenbedarf kündigen.

1. Frage: Ist das ein Sonderfall für eine Sperrfrist wegen der Umwandlung von Mietwohnungen zum Eigenheim?

2. Frage: Welche Möglichkeiten habe ich mich zu wehren? Habe ich irgendwelche Rechte (besondere Härte kann ich glaube ich nicht geltend machen, ich bin jung, gesund und allein stehend) auf die ich mich beziehen kann, auch um eventuell einen einvernehmlichen Kompromis zu finden? (Verlängerung der 3-monatigen Kündigungsfrist, Abfindung?) 

Mit herzlichen Grüßen,

Mia

 

 

 

 

 

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Liebe Mia,

so einfach ist es mit einer Eigenbedarfskündigung nicht. Die Familie muss Ihnen erst einmal ein berechtigtes Interesse darlegen und nachvollziehbar begründen. Der bloße Wunsch in seinen vier Wänden zu leben, genügt nach der Rechtsprechung keineswegs. Vielmehr müssen es wirklich Gründe sein, die Ihr Ausziehen rechtfertigen.

Eine Sperrfrist ist nur einschlägig, wenn der jetzige Vermieter die Wohnungen in Eigentumswohnungen umwandelt. Tut er dies nicht, gilt die Sperrfrist nicht.

Hat Ihr jetzige Vermieter bereits die Wohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt, könnte die Sperrfrist einschlägig sein, wenn die Frist bereits nicht verwirkt ist. Dies kann ich leider nicht beurteilen, weil hierzu Informationen fehlen.

Zudem können Sie sich auf einen Härtefall berufen, wenn Sie unter gleichen Konditionen keine gleichwertige Wohnung finden. Dies müssten Sie jedoch nachweisen durch Inserate etc., jedoch hätten Sie auf diese Weise schon einmal etwas Ruhe und keinen allzu großen Druck. Zudem kann die Familie Ihnen entgegen kommen. Sie muss nämlich Ihnen bei einer Eigenbedarfskündigung weitere Wohnungen anbieten, die sie leerzustehen haben.

Viele Grüße,

Justus

Lieber Justus,

ganz herzlichen Dank für die Antwort! Sperrfrist ist dann ausgeschlossen. Ich denke, früher oder später muß ich hier leider raus. 

Deshalb noch eine Frage: 

Wenn sich der jetzige Vermieter oder die Käufer Gesprächs- und Kompromisbereit zeigen (deutet sich an) und mir z.B. Umzugskosten o.ä. anbieten, was kann ich dann wohl gerechtfertigterweise fordern? (Ich weiß, ich habe da kein Recht darauf, aber unter der Hand, wenn es allen Interessen gerecht wird?)                                                                   

Herzliche Grüße,

Mia

 

Wenn der Vermieter einen ganz schnellen Auszug wünscht, müsste er Ihnen in der Hinsicht entgegen kommen, dass er wenigstens die Umzugskosten übernimmt und/oder auf gewisse Reparaturen, die im Rahmen des Vertrages vereinbart sind, verzichtet. Wie hoch diese sind, kann ich nicht beurteilen. Ist vom Einzelfall abhängig.

Im Gegenzug müssten Sie jedoch schon vor der Frist ausgezogen sein.

Die Einzelheiten ergeben sich sicherlich in einem persönlichen Gespräch. Schauen Sie darauf, wie sehr die Vermieter sich wünschen, dass sie frühzeitig ausziehen können. Ich nehme an, dass wenn es dringend erwünscht ist, dass die Vermieter auch mehr bereit sind, zu geben. Dies ist jedoch lediglich eine Vermutung undd nicht die Begründung eines Anspruches.

Wie gesagt, die Vermieter müssten erst einmal ein "berechtigtes Interesse" vorbringen. Liegt dieser nicht vor, wäre so oder so die Eigenbedarfskündigung unwirksam und sie könnten nicht per Eigenbedarf gekündigt werden.

Viele Grüße,

Justus

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