Elterngeld - der umfassende Überblick - Teil 2 - Wie und wo beantragen?

Elterngeld - der umfassende Überblick - Teil 2 - Wie und wo beantragen?

17 Januar 2014 - 18:04
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Die zuständige Elterngeldstelle

Wie und wo muss das Elterngeld beantragt werden?

Elterngeld wird bei den zuständigen Elterngeldstellen schriftlich per Antrag beantragt. Der Antrag muss nicht unverzüglich nach der Geburt gestellt werden. Eine rückwirkende Antragsstellung kann nur für die letzten drei Lebensmonate ab Eingang der Antragstellung gewährleistet werden.

 

Jeder Elternteil, der Elterngeld beanspruchen möchte, muss einen eigenen Antrag ausfüllen, indem angegeben werden muss für welche Monate Elterngeld beantragt wird. Wird eine rückwirkende Änderung der Lebensmonate für das Elterngeld beantragt, ist dies nur für die noch nicht ausgezahlten Elterngeldbeiträge und für bis zu drei Monate zulässig.

 

Die Anträge sind auch online abrufbar oder bei jeder Elterngeldstelle, Gemeindeverwaltungen und Krankenkassen zu abholen.

Die hierzu erforderlichen Unterlagen und die zuständige Elterngeldstelle kann über den folgenden Link entnommen werden:

http://www.familien-wegweiser.de/RedaktionBMFSFJ/redaktionFamilienwegweiser/PDF-Anlagen/checkliste-elterngeldantrag,property=pdf,bereich=wegweiser,sprache=de,rwb=true.pdf

http://www.familien-wegweiser.de/wegweiser/Familie-regional/Elterngeld/elterngeld,did=99360.html

 

Welches Land ist für das Elterngeld zuständig, wenn die Eltern in zwei verschiedenen Ländern arbeiten?

Wird in unterschiedlichen Ländern innerhalb der EU, EWR und der Schweiz gelebt und gearbeitet, ist für die Leistung des Elterngeldes das Beschäftigungsland zuständig. Beschäftigungsland ist dasjenige, wo der eine Elternteil arbeitet.

 

Beispiel 1:

Wenn nur eines der Eltern erwerbstätig ist und das bspw. in Österreich und lebt der andere Elternteil mit dem Kind in Deutschland, ist der Anspruch im Beschäftigungsland des Elternteils vorrangig zuständig.

 

Beispiel 2:

Sind jedoch beide Elternteile erwerbstätig, arbeitet eines der Eltern im Ausland, so ist das Land in dem Beschäftigungsland vorrangig zuständig, das zugleich Wohnland des Kindes ist.

 

Ist bspw. im Beispiel 1 die Höhe des Elterngeldes in Österreich niedriger als die in Deutschland. So ist Deutschland in dem Fall nachrangig leistungsverpflichtet, den Unterschiedsbeitrag auszugleichen.

Für Beispiel 2 gilt dies entsprechend, hierbei wird Österreich nachrangig leistungsverpflichtet, den Unterschiedsbeitrag auszugleichen, wenn das Elterngeld in Österreich höher liegen sollte.

 

Zeitraum der Gewährung des Elterngeldes

Für welchen Zeitraum wird Elterngeld gewährt?

Elterngeld wird für die Lebensmonate des Kindes gewährt. Der Lebensmonat beginnt mit dem Tag der Geburt des Kindes und endet im folgenden Monat am Vortag des Geburtstages.

 

Wie lange kann Elterngeld gewährt werden?

Elterngeld wird in den ersten 14 Lebensmonaten des Kindes gewährt.

Es kann mindestens zwei Monate und höchstens für zwölf Monate für ein Elternteil gewährt werden.

Der Anspruch auf Elterngeld für die vollen 14 Lebensmonate kann dann begründet werden, wenn beide vom Angebot des Elterngeldes Gebrauch machen möchten. Hierbei wird von Partnermonaten gesprochen.

 

Ausnahme bei Alleinerziehenden:

Bei Alleinerziehenden kann Elterngeld bis zu 14 Monate bezogen werden.

Voraussetzung für den Bezug ist:

  • das Kind lebt nur bei einem Elternteil in der Wohnung,
  • diesem Elternteil steht die elterliche Sorge oder zumindest das Aufenthaltsbestimmungsrecht alleine zu
  • oder dieser Elternteil hat eine einstweilige Anordnung Aufenthaltsbestimmungsrecht vorläufig zur alleinigen Ausübung erwirkt

 

Ausnahme bei objektiver Unmöglichkeit der Betreuung des Kindes:

Ist einem Elternteil die Betreuung des Kindes wegen schwerer Krankheit oder Schwerbehinderung objektiv unmöglich, so erhält der andere Elternteil bis zu 14 Monate Anspruch auf Elterngeld. Hierfür reicht die Vorlage eines ärztlichen Attestes bei der zuständigen Elterngeldstelle aus.

 

Ausnahme bei Verlängerung des Auszahlungszeitraums:

Es besteht die Möglichkeit das Elterngeld bei gleicher Gesamtsumme auf die doppelte Anzahl der Monate auszudehnen (auf 24 Monate halbes Elterngeld). Bei Alleinerziehenden sogar bis zu 28 halbe Monatsbeträge, wenn kein Anspruch auf Mutterschaftsleistungen besteht.

 

Wie kann eine Aufteilung des Elterngeldes unternommen werden?

Wenn ein Elternteil alleine den Anspruch auf Elterngeld nutzt, so stehen ihn 12 Monatsbeiträge zu.

Nutzen beide Elternteile den Anspruch auf Elterngeld, so stehen ihnen gemeinsam 14 Monatsbeiträge zu (Partnermonate).

Lebensmonate des Kindes, in der der Mutter Mutterschaftsleistungen zustehen, werden als Monate gezählt, in der die Mutter Elterngeld bezogen hat. Daher sind die ersten zwei Lebensmonate des Kindes, in der die Mutter lediglich Mutterschaftsleistungen und nicht Elterngeld erhält, trotzdem wie zwei Elterngeldbezugsmonate behandelt.

Da die Mutter in den ersten zwei Lebensmonaten des Kindes kein Anspruch auf Elterngeld hat, kann der Vater für die ersten beiden Lebensmonate selbst Elterngeld beantragen.

Wenn Mutter und Vater nun parallel in den ersten beiden Lebensmonaten des Kindes "in der Elternzeit" sind, so reduziert sich die Gesamtzahl der Elterngeldmonate um vier Monate von vierzehn Monaten.

Wenn nun die Eltern sich dazu entschließen weiterhin parallel Elterngeld zu beziehen, verbrauchen sie gemeinsam jeden Monat zwei Monatsbeiträge, folglich führt es dazu, dass nach dem siebten Lebensmonat des Kindes alle Elterngeldmonate verbraucht sind.

Verlängern könnte sich die Bezugszeit des Elterngeldes dadurch, dass die Mutter in den ersten zwölf Lebensmonaten des Kindes Elterngeld bezieht und der Vater den 13. und 14. Lebensmonat des Kindes Elterngeld in Anspruch nimmt.

 

1. Elterngeld - Voraussetzungen
2. Elterngeld - Wie und wo beantragen?
3. Elterngeld - Höhe des Elterngeldes
4. Elterngeld - Berechnung des Elterngeldes
5. Elterngeld - Elterngeld und Sozialleistungen

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