Elterngeld für Selbstständige - Zuflussprinzip

Gespeichert von inf265 am 28. April 2014 - 15:58

Im Rahmen des Elterngelds gilt bei Selbständigen das Zuflussprinzip. Rechnungen mit Leistungen aus einem Monat vor dem Bezugszeitraum, die im Bezugszeitraum dem Selbständigen zufließen (ich rede hier immer von Ist-Besteuerung) werden auf das Elterngeld angerechnet.

Des Weiteren können ja die tatsächlichen Ausgaben auf Nachweis (EÜ-Rechnung) für den Bezugszeitraum geltend gemacht werden, wenn diese den pauschalen Satz übersteigen.

Folgende Frage:

Stellen wir uns vor, der Berechtigte ist EÜ-Rechner mit Ist-Versteuerung und hat im Bezugszeitraum aufgrund der Vorlage der EÜR für die Bezugsmonate keine Einkünfte, hat aber trotzdem weniger als 30 Stunden pro Woche im Bezugszeitraum gearbeitet. Die Bezahlung der Wochenstunden erfolgt

a) gar nicht (z.B. er arbeitet nur 10 Std/Woche und vergibt die Aufträge als Fremdleistung vorübergehend einem Kollegen. Die 10 Stunden sind dafür da, den Kunden nicht zu verlieren und den Kollegen "aufzuschlauen").

b) nach dem Bezugszeitraum.

Wirkt sich die Teilzeittätigkeit nach a) und b) in igendeiner Art und Weise auf die Höhe des Elterngeldes aus ?

VG,

inf265

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Laut Ihrer Schilderung arbeitet die Person im Beispiel als Teilzeit während des Eltergeldbezugzeitraumes ohne Gewinn zu erzielen.

zu a.)

Falls Sie im Bezugzeitraum als Teilzeit arbeiten, jedoch aufgrund Ihrer EÜR zu entnehmen ist, dass Sie keinen monatlichen Gewinn erzielen (Sie müssen dies jedoch bei der Elterngeldstelle nachweisen) wirkt sich die Teilzeittätigkeit nicht auf die Höhe des Elterngeldes aus. In der Praxis sieht dies jedoch etwas anders aus. Da müssen Sie bereits in Ihrem Elterngeldantrag angeben, ob Sie als Teilzeit während des Eltergeldbezugzeitraumes arbeiten wollen.

Hierbei müssen Sie dann auch angeben mit welchem Gewinn Sie rechnen. Dieser wird Ihnen dann monatlich als Einkommen angerechnet und dementsprechend wird die Höhe des Elterngeldes berechnet.

Die Differenz zwischen Ihrem monatlichen Einkommen vor der Geburt Ihres Kindes und dem monatlichen Einkommen, welches Sie nach der Geburt Ihres Kindes während der Teilzeittätigkeit erzielen, daraus wird dann das einkommensabhängige Elterngeld berechnet.

Beispiel:

Vor der Geburt erzielen Sie bspw. als monatliches Einkommen:

3500, 00 EUR

Nach der Geburt erzielen Sie als Teilzeiterwerbstätige als monatliches Einkommen:

2500, 00 EUR

Differenz:

1000, 00 EUR

einkommensabhängiges Elterngeld:

67% von 1000, 00 EUR gleich 670, 00 EUR

 

zu b.)

Haben Sie während des Elterngeldzeitraumes als Teilzeit gearbeitet, wird jedoch die Bezahlung für diese Tätigkeit erst nach diesem Zeitraum erzielt, könnten Sie möglicherweise zur Nachzahlung des Elterngeldes verpflichtet sein. Dies hängt in der Regel davon ab, welchen Gewinn Sie damals bei der Elterngeldantragsstellung angegeben haben und welcher Gewinn bei der Berechnung des Elterngeldes berücksichtigt wurde.

Wurde Ihnen bspw. zu wenig gewährt, obwohl Ihnen ein höherer Elterngeldsatz zustehen würde, so wird die Elterngeldstelle Ihnen das Elterngeld auch nach dem Bezugszeitraum nachzahlen. Hierfür müssten Sie jedoch einen Überprüfungsantrag stellen. Diesen können Sie jedoch innerhalb von vier  Jahres ab Erteilung des Elterngeldbescheides beantragen.

 

Gruß,

Roland

 

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