Facebook Gewinnspiel erstellen - das gilt es zu beachten

Facebook Gewinnspiel erstellen - das gilt es zu beachten

07 Oktober 2015 - 10:00
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Dank seiner großen Reichweite ist das soziale Netzwerk Facebook nicht nur für Privatpersonen interessant um Neuigkeiten von Freunden angezeigt zu bekommen. Auch fast jedes Unternehmen setzt auf eine eigene Seite in dem Netzwerk um neue Kunden zu generieren und um Bestandskunden mit Informationen zu versorgen. Eine der einfachsten und schnellsten Methoden um auf den eigenen Content hinzuweisen stellt dabei die Bereitstellung eines Gewinnspiels dar.

Welche Arten von Gewinnspielen gibt es auf Facebook?

Grundsätzlich bieten Unternehmen zwei Arten von Gewinnspektren an: zum einen werden gezielt Produkte der eigenen Marke in dem Gewinntopf angeboten, zum anderen werden von Unternehmen Fremdprodukte verlost. Gerade Dienstleister ohne Möglichkeit eigener Warenherstellung greifen hierauf zurück.

Seit einer umfangreichen Reform der Richtlinien für Promotion erlaubt es Facebook nun auch, neben der Verbreitung von Gewinnspiel Apps selbst, dass Anbieter ihre Gewinnspiele in der sogenannten Timeline anbieten. Somit erhöht sich die Reichweite erheblich, da nun alle Nutzer, die beispielsweise mit einer Fanseite eines Unternehmens verbunden sind, direkt über das Gewinnspiel informiert werden und eine Teilnahme wiederrum allen eigenen Freunden mitgeteilt werden kann. Solange dies über die Nutzungseinstellungen möglich ist.

Unterschiede zwischen Gewinnspielen in einer App und in der Timeline

Während bei Verlosungen innerhalb einer Gewinnspiel App der Teilnehmer im Regelfall über die Beantwortung einer oder mehrerer Fragen teilnimmt, so ergeben sich mit der Neugestaltung der Nutzungsrichtlinien zahlreiche neue Teilnahmemöglichkeiten, die nicht mehr nur auf das Wissen oder der persönlichen Datenfreigabe basieren.

Zum Beispiel können Gewinnspiele folgen Bedingungen für eine mögliche Gewinnausschüttung aufweisen:

  • jeder abgegebene Kommentar unter einem Posting nimmt an der Verlosung teil
  • Beiträge oder Posts von Bildern werden von anderen Nutzern bewertet, die meisten Likes gewinnen
  • der lustigste Kommentar gewinnt
  • der beste Namensvorschlag für ein zukünftiges Produkt gewinnt
  • Für Fanseiten galt bisher, dass die angebotenen Apps nicht automatisch die jeweiligen Nutzer in den Auslosungstopf mit aufnehmen durften. Dies hat sich nach der 2013er Änderung dahingehend geändert, dass Fans der Fanseite nunmehr automatisch an dem Gewinnspiel teilnehmen können
  • selbst ein einfaches Like für die Seite reicht unter Umständen bereits für die Teilnahme aus
  • Gewinnausschüttung nach Erreichen eines bestimmten Ziels, zum Beispiel 5.000 Likes für einen Eintrag

Durch diese vereinfachten Teilnahmeregeln versprechen sich Gewinnspielanbieter eine breitere Streuung des Gewinnspiels, da etwa ein Like unter einem Kommentar auf der Timeline des Nutzers auftaucht und somit auch sämtliche Personen in der Freundesliste davon erfahren und somit möglicherweise ebenfalls an dem Gewinnspiel teilnehmen und somit eine Art Schneeballsystem in Gang setzen.

Es gilt jedoch zu beachten, dass das Teilen des Beitrages auf der eigenen Nutzerchronik als Teilnahmevoraussetzung genauso untersagt ist wie etwa das generelle Teilen des Eintrages bezüglich des Gewinnspiels. Des Weiteren dürfen Anbieter die Teilnehmer nicht dazu auffordern, Markierungen auf Bildern vorzunehmen. Durch diese Einschränkungen wird die Informationsstreuung jedoch nur marginal beeinflusst. 

Kontaktaufnahme mit Gewinnern

Durch die Möglichkeit der schnellen und einfachen Gewinnspielteilnahme per Likes oder Posts fällt diese Möglichkeit der Kontaktaufnahme außerhalb von Facebook nunmehr komplett weg, da dem Seitenbetreiber keinerlei Kontaktwege außerhalb des Netzwerkes bekannt sind, es sei denn der Nutzer hat diese über sein Profil als sichtbar hinterlegt. Somit kann er nunmehr direkt über Facebook kontaktiert werden, etwa per Posting auf der eigenen Seite oder per interner Benachrichtigung. Gerade erstgenanntes eröffnet den Anbietern wiederrum neue Vertriebswege, da viele Nutzer in den eigenen Einstellungen das Teilen von neuen Beiträgen auf der eigenen Seite aktiviert haben und somit auch Freunde von dem Gewinn erfahren und möglicherweise daraufhin gezielt auf die jeweilige Fanseite klicken.

Veröffentlichung persönlicher Daten

Da die Nutzer bei Gewinnspielen innerhalb der Timeline keinerlei Erklärung abgeben, dürfen im Falle eines Gewinns die Daten nur innerhalb von Facebook, etwa durch Teilen des Gewinnbeitrages durch den Anbieter, veröffentlicht werden. Sollte der Gewinner auch außerhalb von Facebook als solcher preisgegeben werden, muss zwingend eine Genehmigung seitens des Werbetreibenden eingeholt werden. Ansonsten drohen rechtliche Konsequenzen für diesen, ebenso ist es nicht zulässig, dass im Nachgang die Gewinnausschüttung eben an diese Erteilung der Genehmigung gekoppelt ist. 

Im Falle eines Gewinns muss der Gewinner zudem mittels gesondert übersandter Datenschutzerklärung informiert werden, wozu etwaige Adressdaten, welche im Rahmen der Gewinnübersendung normalerweise ausgetauscht werden müssen, verwendet werden. Auch hier gilt, dass in der Vereinbarung keine Klausel enthalten sein darf, die eine Veröffentlichung der Daten an die Gewinnausschüttung koppelt. 

Haftung für Einträge

Grundsätzlich haftet der Seitenbetreiber für die geteilten Inhalte. Dies kann unter Umständen dazu führen, dass bei Gewinnspielen etwa Beiträge gepostet werden, welche rechts- oder sittenwidrig sind. Um sich vor etwaigen Ansprüchen zu schützen, müssen die Werbetreibenden daher in den Teilnahmebedingungen explizit darauf hinweisen, dass dieser Content nicht erlaubt ist und im Falle eines Verstoßes sollte der Nutzer dank Freistellungsklausel des Anbieters direkt für diese einstehen müssen. 

Einschränkung der möglichen Teilnehmer und Kontaktaufnahme

Bei der Erstellung eines Gewinnspiels müssen Anbieter neben den vorgenannten Punkten vor allem auf die Teilnehmer achten. Da über Facebook für abgegebene Einträge das Alter nicht verifiziert werden kann, muss in den Teilnahmebedingungen eindeutig hervorgehen, welche Personen teilnehmen dürfen und welche nicht. So kann eine Einschränkung auf ein gewisses Land Sinn machen, wenn aufgrund des weltweiten Status von Facebook der Gewinn nicht etwa nach Australien versendet werden soll. Ebenso sollte bei Artikeln, die erst ab einer gewissen Altersbegrenzung erworben werden können dies ausdrücklich in den Teilnahmebedingungen hinterlegt sein um etwaig Rechtsverstöße, etwa beim Gewinn einer Flasche Alkohol durch einen minderjährigen Teilnehmer, auszuschließen.

Neben den Teilnahmebedingungen, welche nicht in dem Gewinnspielposting direkt angegeben sein müssen, aber zumindest ein Link zu ihnen gesetzt sein muss, müssen Anbieter ebenfalls die Möglichkeit darstellen, wie Teilnehmer mit ihnen in Kontakt treten können. Hierzu reicht bereits eine Telefonnummer oder eine E-Mailadresse.

Fazit 

Während klassische Gewinnspiel Apps vor allem als Adresssammler genutzt werden, dienen Gewinnspiele innerhalb der Timeline vor allem zur Fächerung des eigenen Produkts. Gerade die große Multiplikationsmöglichkeit durch das Teilen des Contents durch die Teilnehmer ist ein für Unternehmen nicht zu unterschätzender Faktor, da ohne eigenes Zutun Werbung in eigener Sache erfolgen kann.

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