Händler erstattet Rücksendekosten nicht

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am 1. März 2014 - 8:40

Sehr geehrte Damen und Herren!

Hallo aus Tirol!

Ich habe von Österreich bei einem deutschen Teppichhändler 3 "sperrige" Artikel/Teppiche (im Wert von 80,40, und 30 Euro) bestellt.
Den Artikel im Wert von 80 Euro habe ich umgehend am selben Tag auf eigene Kosten zurückgesendet (mit derselben Spedition "GLS", die der Händler auch verwendet) - im Glauben, der Händler muss mir dann die Rücksendekosten erstatten, da der Widerruf fristgerecht durch Rücksendung der Ware erfolgte und der Wert des zurückgesendeten Artikels über 40 Euro liegt.

Umgehend habe ich die Rechnung der Rücksendung (20,60.-€) dem Verkäufer übermittelt mit der Bitte um Erstattung.

Nun bin ich aber mit der Totalweigerung des Händlers konfrontiert mit dessen Argument, dass in seiner Widerrufsbelehrung der Satz steht : "...sperrige Artikel (alle Teppiche) werden bei ihnen abgeholt...".

Laut meinen Informationen ist ein Händler verpflichtet, diesen "Service" bei sperrigen Artikeln dem Kunden anzubieten, der Kunde allerdings nicht verpflichtet, diesen unbedingt in Anspruch zu nehmen?!
Außerdem müsste bei der Widerrufsbelehrung/AGB´s eine Abwälzung der Rücksendekosten ausdrücklich mit dem Kunden vereinbart werden, was mit obigen Satz ja nicht erfolgte (es müsste stehen: "bei nicht Inanspruchnahme unseres Rücknahmeservices hat der Kunde die Kosten zu übernehmen..." oder so ähnlich..??)

Kann der Händler hier wirklich jegliche Erstattung verweigern?

mit den schönsten Grüßen

Michael

 

 

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Servus Michael,

der Unternehmer – in Ihrem Fall der Teppichhändler – hat Recht, wenn er die Kosten für die Rücksendung i.H.v. 20,60 EUR nicht übernimmt.

Bei bereits paketversandfähigen Waren hätten Sie mit Ihrem Begehren dem Anspruch auf Erstattung der Rücksendekosten Recht behalten. Auch hätten Sie den Retourenschein, die der Unternehmer Ihnen in das Paket hineingefügt hätte, nicht benutzen müssen. Hierbei hätten Sie die freie Wahl unter den Versandunternehmen.

Anders sieht die Lage leider bei sperrigen Gegenständen – auch nicht paketversandfähigen Ware genannt – aus.

Ist die Ware – wie in Ihrem Fall – sperrig, sodass sie auch für das Rücksenden  per Paket sperrig ist, müssen Sie dem Onlineshop gegenüber ein Rücknahmeverlangen aussprechen (per E-Mail, Fax, Einschreiben – je nachdem, wie das in den AGBs des Unternehmens vorgeschrieben ist – meistens muss sich der Verbraucher an den  Kundenservice mit seinem Rücknahmeverlangen wenden). Sperrige Waren – also nicht paketversandfähige Waren – werden vom Unternehmer selbst abgeholt oder es wird eine Spedition beauftragt, der die Ware für den Unternehmer beim Verbraucher abholt. Die Kosten für die Abholung trägt sodann der Unternehmer.

Diese Regelung über die kostenlose Abholung von nicht paketversandfähiger Ware wird ab dem 13. Juni 2014  dahingehend geändert, dass die 40,00 EUR Grenze abgeschafft wird und jegliche Rücksendungen der Verbraucher selbst zu tragen hat und auch sperrige Ware auf eigene Kosten wieder zurücksenden muss.

Das bedeutet für Sie, dass Sie den Teppichhändler erstmals ein Rücknahmeverlangen hätten aussprechen müssen. Der Teppichhändler hätte die Ware sodann bei Ihnen auf eigene Kosten abholen müssen. Der Teppichhändler hat sogar in seinen AGB’s angegeben, dass Sie als Verbraucher bei Widerruf sperrige Waren bei ihm abgeholt werden. Daher wurden Sie auch darüber aufgeklärt.

Es tut mir leid, Ihnen keine erfreulichere Nachricht überbringen zu können.

Gruß,

Roland

Servus Roland!

Herzlichen Dank für die ausführliche Antwort! Naja, es gibt Schlimmeres, für mich ist es halt Lehrgeld...

 

lG

Michael

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