Hilfe! Fotograf stellt Fotos ohne Erlaubnis ins Internet!

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am 17. April 2012 - 14:39

Hilfe..., ich habe ein großes Problem. Ich bin Model und arbeite seit längerem schon in dieser Branche. Mein letzter Fotoshooting war bei einem Fotografen- zumindest war ich der Meingung, dass er seriös ist. Aber nun hat er meine Bilder auf seiner Internetseite hineingestellt. Und meine Model-Agentur hat diese nun gesehen und hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass durch die Fotos mein Marktwert als Model erheblich sinkt. Dem Fotografen habe ich nie eine Genehmigung noch irgendeine Erlaubnis erteilt, dass er diese im Internet hineinstellen kann. Er hat dies ohne mein Wissen getan. Nun habe ich ihn darauf hingewiesen, dass er die Fotos sofort herausnehmen soll. Er tut es nicht. Wie sehen meine Rechte in der Hinsicht aus? Habe ich auf Schadenersatz oder auf Schmerzensgeld Anspruch? Der Fotograf meinte zudem, dass er alles mit meinen Bildern machen darf. Da er das Urheberrecht auf sie besitzt und niemand so. Aber ich kann das einfach nicht glauben, dass er so handeln darf. Ich wäre wirklich sehr dankbar über Vorschläge, was ich nun auf dem rechtlichen Wege berechtigt wäre.

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Zum Sachverhalt:

Der Fotograf besitzt prinzipiell ein Urheberrecht auf seine selbstgemachten Fotos. Dennoch haben Sie im Gegenzug als Model ein viel höher angesehendes Recht, nämlich Ihr Persönlichkeitsrecht (Ihr Recht an Ihrem eigenen Foto).

Rechtslage:

Entweder Sie gehen zum Anwalt und dieser fasst dem Fotografen gegenüber eine strafbewehrte Unterlassungserklärung, welches der Fotograf unterschreiben muss.

In dieser Unterlassungserklärung können Sie bspw. aufnehmen, dass der Fotograf Ihre Fotos zu keinem Zweck verwenden darf und zudem aus dem Internetportal herausnehmen muss.
Oder Sie verfassen sie, in dem Sie die "strafbewehrte Unterlassungserklärung" als Betreff angeben und an den Fotografen adressieren, und diesen zu einer Handlung, die er durchführen muss, verpflichten Ihnen gegenüber.
Hierbei können Sie einfach unter folgende Handlungen (danach Doppelpunkt) Ihre Forderungen in Stichpunkten, dennoch explizit niederschreiben. Als Letztes sollten Sie erwähnen, dass falls der Fotograf die durch Sie benannten Handlungen nicht unterlassen sollte eine Geldstrafe gegenüber Ihnen errichten muss. Da die genauen Umstände durch Ihre Sachverhaltserklärung nicht ersichtlich sind, kann ich auch eine genaue Höhe der Geldstafe nicht angeben. Aus dem Grund wäre es ratsam, sich einen Rechtsbeistand zu konsultieren. Vor allem wenn Ihre berufliche Karriere davon abhängt.
Ferner ist anzumerken, dass der Fotograf diese bewehrte Unterlassungserklärung unterschreiben muss. Tut er dies nicht, ist er nicht wirksam.
Der zweite Schritt wäre in dem Fall die einstweilige Verfügung durch einen Rechtsanwalt. Nach dieser Verfügung kommt es dann alsbald zu einem Prozess.

Ihre Ansprüche gegenüber dem Fotograf:

  1. Schadenersatz durch die Modelaufträge, die Sie nicht erhielten, aufgrund des Einstellens Ihrer Bilder auf der Homepage durch den Fotografen.
  2. Schmerzensgeld, wenn Sie in eine demütigende Lage hineinversetzt wurden, erfolgt durch das Einstellen Ihrer Fotos auf der Homepage durch den Fotografen.

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