Home-Test-Company Testperson für Produkte- Hilfe!

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am 10. Oktober 2013 - 18:45

Liebes JuraRat,

ich brauche dringend einen Rat.

Ich habe mich als Testperson bei Home-Test-Company angemeldet. Damit ich in deren Datenbank aufgenommen werde, sollte ich entweder eine Bearbeitungsgebühr i.H.v. 249,00 EUR zahlen oder einen Zeitschriftenvertrag für 24 Monate abschließen (einen Abo).

Ich habe mir die günstigste Zeitschrift ausgesucht und da die Summe für 24 Monate geringer war als die 249,00 EUR, dachte ich könnte sich das irgendwie rentieren.

Den Vertrag habe ich Ende Juli des Jahres abgeschlossen. Anfang September habe ich die erste Zeitschrift des Abos erhalten. Mit der Zustellung der ersten Zeitschrift und mit dem Buchungsbeleg, dass das Geld für das Abo bereits überwiesen wurde, sollte ich dann die ersten Produkte erhalten. Mittlerweile habe ich für sechs Monate das Abo im Voraus zahlen müssen, habe im Gegenzug noch keine Produkte erhalten. Leider ist auch die Widerrufsfrist verstrichen, bevor ich überhaupt die Zeitschriften erhalten habe. Dabei habe ich nur das Abo angenommen, um überhaupt als Testperson in die Datenbank aufgenommen zu werden.

Jetzt fühle ich mich betrogen. Ich habe das Gefühl das Home-Test-Company mir nur ein Abo unterjubeln wollte und mir gar nicht Produkte zukommen lassen will. Im Internet habe ich auch bereits gelesen, dass viele andere betrogen wurden.

Soll ich eine Strafanzeige wegen Betrug gegen die Home-Test-Company erstatten?

Dabei wollte ich mir nur etwas dazu verdienen und nicht noch mehr zahlen. Es gehen auch nur Leute zu Home-Test-Company, die ehe wenig in der Tasche haben. Jetzt werden noch die armen Menschen ausgebeutet. Sowas ist höchste Unverschämtheit.

Kann ich mich von dem Abo irgendwie lösen und von dem Vertrag mit Home-Test-Company? Über Kündigungsfristen steht in der Vereinbarung nichts drin. Da steht nur drin, dass man sich für 24 Monate bindet.Genau wie beim Abo.

Kann ich das Geld, was mir für die Zeitschriften abgebucht wurde, einfach zurückbuchen oder muss ich zuvor noch etwas machen?

Ich wäre wirklich über jede Hilfe dankbar, weil ich einfach nicht weiß, was ich tun soll..

Gruß,

Marvin

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Guten Abend Marvin,

uns sind auch die Taten von Home-Test-Company nicht verschont geblieben. Tatsächlich folgen sie der Taktik, den Testpersonen ein Zeitschriften-Abo aufzudrängen, damit die Testpersonen einen „Antrag auf Aufnahme in die Datenbank“ stellen können.

Die Bindung mit Home-Test-Company erfolgt durch den Nachweis des Kontoauszuges, dass die Zeitschriften für sechs Monate im Voraus gezahlt wurden und der Kopie vom Personalausweis.

Haben Sie dies bspw. noch nicht getan, haben Sie sich lediglich „vertraglich“ dem Zeitschriften-Abo gebunden. „Vertraglich“ sind Sie somit nicht an Home-Test-Company.

Als Sie Ihren Antrag gestellt haben, mussten Sie für Ihre Aufnahme in die Datenbank eine Leistung erfüllen. Die „Erfüllung der Leistung“, hier in Ihrem Fall der „Abschluss eines Abo für 24 Monate“ und die „Aufnahme in die Datenbank“ sind zwei verschiedene Rechtsgeschäfte.

Grundsätzlich gibt es gem. § 312 d Abs. 4 Nr. 3 BGB (http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__312d.html) für Zeitschriften, Zeitungen und Illustrierten kein Widerrufsrecht gem. § 355 Abs. 1 BGB. Jedoch räumt das Unternehmen dem Verbraucher selbst das Recht ein und lässt dieses auch den Verbraucher unterschreiben.

Sie können also nur dann Ihrem Zeitschriften-Abo widerrufen, wenn die Widerrufsbelehrung nicht wirksam zugegangen ist.

Soweit uns bekannt ist, macht Home-Test-Company den Fehler, dass sie die Widerrufsbelehrung nicht richtig durchführt, gem. § 355 BGB (http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__355.html) i.V.m. Art. 246 EGBGB (http://dejure.org/gesetze/EGBGB/246.html). Sie belehrt den Verbraucher lediglich darüber, dass mit dem Abschluss des Vertrages die Widerrufsfrist beginnt und lässt die Verbraucher im Glauben, dass die Widerrufsfrist vor der Ankunft der Ware verstreicht und der Verbraucher sich letztlich nicht mehr darauf beruhen kann. Das ist falsch.

Wird die Widerrufsbelehrung nicht wirksam dem Verbraucher zugetragen, kann die 14-tägige Frist auch nicht beginnen. Die Rechtsfolge bedeutet: Es kann jederzeit widerrufen werden.

Gem. § 355 Abs. 4 Satz 2 BGB (http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__355.html) beginnt die Widerrufsfrist von 14 Tagen erst bei Lieferung von der Ware, Abschluss des Vertrages und bei richtiger Widerrufsbelehrung und nicht nur mit dem Abschluss des Vertrages und der Widerrufsbelehrung.

D.h. für Sie:

1. Die Widerrufsbelehrung erfolgte nicht wirksam.

2. Aufgrund dessen kann die Frist nicht beginnen.

3. Sie können sich jederzeit auf Ihr Widerrufsrecht berufen – auch jetzt.

4. Laden Sie sich die Widerrufsvorlage herunter und fügen Sie Ihre Personalien sowie Kundennummer ein und schicken Sie diese per Einschreiben per Rückschein  an die angegebene Adresse für den Widerruf.

Bzgl. der Abbuchung würde ich Ihnen empfehlen dies in das Widerrufsschreiben mit aufzunehmen. Das Sie sozusagen, das Geld wieder zurückbuchen werden, weil Sie die Zeitschriften zurück geschickt und widerrufen haben und somit nicht mehr an den Vertrag gebunden sind.

Eine Strafanzeige können Sie leider nicht erstatten, da die Polizei Ihnen sagen wird, dass Sie für das Geld was Sie gezahlt haben auch eine Leistung erhalten haben. Dies wäre nur in Fällen zutreffend, wo sie Geld zahlen und nicht erhalten und Sie ständig um Geduld gebeten und niemand erreichbar ist. Soweit uns bekannt ist, gibt es mittlerweile eine Sammelklage gebenüber Home-Test-Company, vielleicht können Sie der Polizei mitteilen, dass Sie gerne mitmachen wollen.

Wir hoffen, Ihnen weiter geholfen zu haben und wünschen Ihnen Erfolg.

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Hallo liebes JuraRat-Team,

mir geht es genauso wie Marwin. Ich habe auch ein Abo über eine Zeitschrift abschließen müssen, um in die Datenbank aufgenommen zu werden. Als ich alles zugeschickt habe, habe ich einen Fragebogen bekommen. Es wurden Fragen über die Zeitschrift gestellt, die ich abonniert habe. Dafür sollte es 10,00 Euro geben. Ich warte bis heute auf das Geld. Habe schon mehrmals nachgefragt, wo das Geld bleibt. Leider noch keinen Antworten bekommen. Ich hätte das Geld laut Fragebogen im Oktober bekommen sollen. Was kann ich tun?

Mit freundlichem Gruß,

Bettina

Hallo Bettina,

um Sie von Ihrem Abo-Vertrag zu befreien, müssen wir wissen, ob Sie wirksam über Ihre Widerrufsbelehrung belehrt wurden? Bzw. ob überhaupt eine Widerrufsbelehrung bzgl. des Zeitschriften-Abos stattgefunden hat?

Falls ja, wäre es wichtig zu wissen, wann die Frist des Widerrufs beginnt? Diese finden Sie meistens entweder auf einer Karte oder in einem Schreiben von dem Unternehmen. Gerne können Sie den Text hier im Forum aufschreiben und zur Diskussion bereitstellen.

Falls wir dann feststellen, dass Sie tatsächlich wie Marwin falsch belehrt wurden, können Sie den Zeitschriften-Abo widerrufen. Auf diese Weise lösen Sie sich von dem Abo. Zusätzlich können Sie das Unternehmen wegen der 10,00 EUR bzgl. Zahlungsverzuges abmahnen. Dabei sollten Sie innerhalb Ihrer Mahnung auf den Fragebogen eingehen, wo enthalten ist, dass die Zahlung im Oktober stattfinden sollte. Am besten eine Kopie davon in das Schreiben mit einfügen.

Wir hoffen, Ihnen weiter geholfen zu haben.

 

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