Inkassoschreiben

Gespeichert von shahkapre am 20. Februar 2015 - 18:00

Am 05.01. wollte eine Firma eine Leasingrate abbuchen. Dies klappte mangels Deckung nicht.

Am 13.01. soll mir angeblich eine Mahnung zugegangen sein, die ich aber nicht bekommen habe.

Am 19.02.2015 bekam ich einen Brief von creditreform, datiert vom 12.02., mit Zahlungsziel 22.02.

Die Forderung der Leasingfirma beläuft sich auf 82,29 €. Der offene Betrag, der angeblich angemahnt wurde, war 83,09 €.

Nun besagt das Schreiben der creditreform, dass ich 93,09 € (Hauptforderung inkl. 10 € Mahnkosten für das 1 Schreiben, was ich nie bekommen habe) zuzüglich Gläubigerspesen von 10 €, 12% Zinsen (0,25 €), Gebühren gemäß §§ 280, 286 BGB in Höhe von 58,50 € und Auslagen gem. §§ 280, 286 BGB in Höhe von 38,70 € zahlen soll. Somit ist die Forderung der creditreform HÖHER als die eigentliche Forderung. Zahlungsverzug trat am 01.02.2015 ein.

Ich gestehe, ich habe die Rückbuchung nicht registriert und somit total vergessen.

Ich schreibe gerade einen Widerspruch gg. die Forderung der creditreform. Mit dem Gläubiger bin ich in Kontakt getreten, diese meinen, ich solle mich an die creditreform wenden und die 10 € Mahngebühren seien gerechtfertigt.

Was kann ich tun bzw. was genau kann ich im Widerspruch ablehnen? Bisher habe ich die 10 € Gläubigerspesen (da die Mahnkosten ja in der genannten Hauptforderung schon inbegriffen sind), die 12% Zinsen und die Auslagen bemängelt. Mir fehlen nun noch Nachweise/Belege, die diese horrenden Gebühren widerlegen.

Vielen Dank im Voraus.

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Guten Morgen shahkapre,

wahrscheinlich meint das Unternehmen mit den Auslagen und Gebühren gem. §§ 280, 286 BGB die Gebühren für das Tätigwerden des Inkassounternehmens.

Die 10,00 EUR Mahngebühren sind definitiv zu hoch. Diese sollten Sie abmahnen. Zudem können Sie die Kosten für das Inkassounternehmen soweit ablehnen, weil Sie keine Mahnung erhalten haben und dadurch nicht die Gelegenheit hatten, diese zu zahlen. Denn das Einschalten eines Inkassounternehmens und das Tragen der Kosten von dem Inkassounternehmen seitens des Schuldners ist dann nur gerechtfertigt, wenn das Inkassounternehmen tatsächlich die Kosten des Gläubigers auftreiben kann. Das angerufene Inkassounternehmen muss über die üblichen Eigenbemühungen des Gläubigers hinaus gehandelt haben und objektiv muss die Einschaltung des Inkassounternehmen ein notwendiger Schritt sein. Dadurch, dass Sie die Mahnung nicht erhalten haben, war es Ihnen erstmals nicht möglich bzgl. der offenen Rechnung zu reagieren. Dadurch war für Sie der erste Schritt, denn Sie seitens des Gläubigers mitbekommen haben, das Schreiben des Inkassounternehmens, sprich dieses hat nicht mehr gehandelt als der Gläubiger selbst.

Ich möchte jedoch anführen, dass gerade bei Leasingraten vertraglich vereinbart ist, wann eine Rate zu begleichen ist. D.h. in solchen Fällen bedarf es nicht einer Mahnung. Die Mahnung zu verschicken, ist eine Kulanztätigkeit. D.h. der Gläubiger könnte unter Umständen tatsächlich berechtigt sein ein Inkassounternehmen zu beauftragen.

Das könnten Sie bspw. vorbringen. Zudem können Sie noch schreiben, wie die 10,00 EUR Mahngebühren sich ergeben und eine detaillierte Zusammensetzung fordern.

 

Gruß,

Roland

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