Jobcenter rechnet Schulden als Unterhalt an

Gespeichert von josaanlila am 24. Juli 2015 - 19:44

Hallo,

mein Mann und ich haben uns getrennt, ich kann leider zur Zeit aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten und bin auch ausgesteuert.

Wir haben bis lang die Trennung ohne Ärger hinter uns gebracht, die Haushaltsgegenstände wurde aufgeteilt und auch das Finanzielle wurde unter uns geregelt. Wir sind noch keine 3 Jahre verheiratet.

In der gemeinsamen Zeit sind Schulden angelaufen, einige laufen auf beiden Namen, manches nur auf seinen Namen und manches nur auf meinen Namen. Mein Mann hat sch bereit erklärt, dass er alle Raten monatlich übernimmt.

Nun ist es so das ich Arbeitslosengeld 1 bekomme, allerdings nicht sehr viel und Kindergeld für ein Kind (dieses ist aber nicht das leibliche Kind meines Mannes und Unterhaltsvorschuss fällt raus auch Unterhalt vom leiblichen Vater), nun musste ich zusätzlich eine Aufstockung beim Jobcenter beantragen.

Da mein Mann sich bereit erklärt hat alle Raten der Schulden zu übernehmen, haben wir eine Vereinbarung geschrieben, dass er diese alle zahlt, aber dann mir aus den finaziellen Gründen kein Unterhalt leisten kann, diese Vereinbarung habe ich dem Jobcenter mit vorgelegt incl. einer Liste der monatlichen Raten, die er nun zahlt.

Nun kam der Bewilligungsbescheid und da haben die mir eine feste Summe als zusätzliche monatliche Unterhaltsleistung mit gegengerechnet. Also sprich diese Summe mir von meinem Bedarf abgezogen, den ich nun weniger bekomme.

Auf Nachfrage beim Jobcenter was das ist, weil ich diese Summe ich sag mal als Beispiel 520,- gar nicht bekomme wie die auf diese Summe kommen, ich bekomme ja nur das Geld vom Arbeitsamt 1 und das Kindergeld.

Die Dame meinte ja, dass sei die Hälfte der Raten, die mein Mann übernimmt, die sie mir mit gegenrechnen anstatt Unterhalt, sonst müsste ich ja meinen Anteil der Raten auch bezahlen und dann von meinem Mann Unterhalt fordern.

 

Also ich war doch sehr verblüfft - dürfen die das - ist das alles so in Ordnung?

Mir fehlt doch dieses Geld nun im Monat und wenn mein Mann und ich uns so geeinigt haben... dann müsste doch das Jobcenter nun diese im Beispiel 520,- an die Gläubiger zahlen oder sehe ich das alles falsch?

Gut dann kommt noch sicherlich hinzu, dass meine Wohnung viel zu teuer ist, die haben mir auch eine Frist von 6 Monaten gesetzt, aber ich muss nun jeden Monat bis zum 15 eine Menge an Nachweisen bringen, ich weiß gar nicht, wie ich das alles schaffen soll, wie ja erwähnt, bin ich krank, noch nebenbei am Kämpfen um einen höheren Gard der Behinderung und über die Rentenkasse laufen die Anträge für Erwerbsminderung und der Widerspruch wegen der erneuten Reha.

Das es auf Dauer mit der großen Wohnung nicht geht, ist mir durchaus klar, aber wie soll man so schnell was finden und dann noch das die neue Wohnung für meine Gesundheitsgeschichte angemessen ist, sprich Erdgeschoss oder zumindest Fahrstuhl etc.

Die setzten einen ja mit diesem 4 Seiten Schreiben mit Drohungen drin dermaßen unter Druck.

Ich weiß nun gar nicht, was ich machen soll. Ich komme so gar nicht zurecht und sehe zum 1.8. ein riesen Problem auf mich zu rollen.

Ich hoffe, ich habe mich einigermaßen verständlich ausgedrückt, was das Jobcenter da mit der Berechnung gemacht hat und hoffe das ich hier Rat finde.

Herzliche Grüße

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Liebe josaanlila,

wenn es Ihnen möglich ist, würde ich Ihnen als Unterstützung vorschlagen einen Anwalt Ihres Vertrauens zu konsultieren. Auf unserer Seite können Sie auf der rechten Spalte über anwalt.de einen Fachanwalt für Sozialrecht sich in Ihrer Stadt suchen.

Ich empfehle Ihnen daher dringend einen Anwalt, weil ich sehe, dass auf Sie tatsächlich viele kleine Probleme zukommen, die Sie einfach nicht gleichzeitig erledigen können und ein Anwalt, der sich nur mit Ihren Problemen auseinander setzt, wäre da sicherlich auch ein Gewinn für Sie, auf den Sie sich verlassen können.

Zudem haben Sie die Möglichkeit einen Rechtsberatungsschein zu beantragen - dieser ermöglicht Ihnen eine kostenlose Rechtsberatungsstunde bei einem Anwalt. Gerne können Sie auch den Anwalt, den Sie kontaktieren, bereits telefonisch darauf hinweisen, dieser kann es für Sie auch beantragen.

Was Ihren Mann betrifft und das Unterhalt:
Das Jobcenter hat es - soweit ich hier verstehe - die Leistung, die Ihr Mann für Sie als Schuldausgleich leistet, als Einkommen gewertet. Ob dies so gemacht werden kann, weiß ich nicht genau.

Was die hohe Miete anbelangt. Ihre Gründe sollten Sie in einem Widerspruch darlegen. Gelegentlich sollten Sie auch nach einer Wohnung schauen, die Inserate aufheben und eine Liste erstellen, die als Nachweis dafür dient, dass Sie keine Wohnung auf die Stelle finden können. Das Jobcenter muss in diesem Fall einer Weiterbewilligung der Miete zusagen, wenn die entsprechenden Nachweise vorliegen. Wichtig ist, dass Sie sich schon mit der Wohnungssuche auseinander setzen.

So einfach kann das Jobcenter sich da nicht machen, indem es Ihnen einfach sagt, Sie müssen ausziehen. Bei den derzeitigen Wohnungsmieten und Ihrem Gesundheitszustand liegt es nahe, dass man nicht etwas geeignetes finden kann.

Ein Anwalt kann Ihnen auch hierbei besser helfen.

Liebste Grüße,
Melanie

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