Kaufvertrag Küche

Gespeichert von Tine am 21. Juli 2015 - 22:17

Guten Abend zusammen,

ich habe folgendes Problem: ich habe eine Küche gekauft und auch eine Anzahlung geleistet. Seit 6 Wochen versuche ich nun vergeblich, einen Termin zum genauen Aufmaß meiner Küche zu machen, nach dem vierten Anruf von mir, habe ich endlich einen Termin bekommen, es tauchte aber niemand bei mir auf. Seitdem habe ich wieder mehrfach in dem Laden angerufen, jedes Mal mit dem Ergebnis, dass man mir versprach, das sich jemand mit mir in Verbindung setzen wird, was bis jetzt nicht geschehen.  

Der Termin, der nicht stattfand, war am 15.07., mein letztes Gespräch mit der Firma am 17.07. - an dem Tag habe ich dreimal mit drei verschiedenen Leuten dort gesprochen, ohne irgendetwas zu erreichen und der von allen dreien angekündigte Rückruf steht natürlich bislang noch aus.

Ich habe ein sehr ungutes Gefühl bei der Sache und, wenn ich ehrlich sein soll, inzwischen auch einfach keine Lust mehr, mir von solchen Leuten eine Küche machen zu lassen, falls die sich doch noch bei mir melden sollten.

Welche Chancen habe ich rein rechtlich gesehen, aus dem Vertrag auszusteigen und meine Anzahlung komplett zurück zu bekommen? Ich habe juristisch absolut keine Ahnung, aber letztendlich scheint es mir doch so, als ob der Verkäufer seit mehreren Wochen die Erfüllung seiner Pflichten vernachlässigt oder wenigstens extrem verzögert, ohne dass mir ein Grund genannt wird. Es scheint auch eine Art Formfehler zu geben, bei jedem Anruf wurde ich nach der Auftragsnummer gefragt, auf dem Kaufvertrag ist das Feld allerdings leer, es gibt keine Auftragsnummer.

Ich hoffe, mir kann hier jemand einen Rat geben. Ich habe heute nun eine E-Mail an die Firma geschrieben und eine Frist für die Kontaktaufnahme bis 24.07. gesetzt, vielleicht bringt das schon was, aber wie gesagt, am liebsten würde ich den Vertrag rückgängig machen, Vertrauen habe ich zu dieser Firma nicht mehr.

Vielen Dank schon mal.

Tine

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Liebe Tine,

es ist erstmals sehr gut, dass Sie die Firma per Mail (schriftlich) abgemahnt haben und denen eine Frist gesetzt haben. Haben Sie in der E-Mail auch zum Ausdruck gebracht, dass Sie, falls die sich bis dahin nichts leisten, vom Vertrag zurücktreten?

Falls nicht, tun Sie das auch bitte vorsorglich. Denn die Fristsetzung und das zum Ausdruck bringen, dass man vom Vertrag zurücktreten möchte, sind die ersten Voraussetzungen, dass man überhaupt vom Kaufvertrag zurücktreten kann.

Diese Schritte sollten vorsorglich unternommen werden, für einen späteren wirksamen Rücktritt. Da mir die Einzelheiten darüber noch nicht klar sind, ob überhaupt ein Termin zur Lieferung vereinbart wurde oder nicht, ist es am besten, wenn dies so verläuft, wie ich es oben beschrieben habe.

Falls Sie dann nach der Frist Ihren Rücktritt der Firma erklären i.S.d. § 349 BGB , hat die Frima gem. §§ 433 I, 326 I, 346 BGB die empfangenen Leistugnen zurückzugewähren und die gezogenen Nutzungen herauszugeben.

Sie sollten in jedem Fall Ihre Gründe - wie Sie es hier getan haben - auch in dem Schreiben darlegen, damit die Firma weiß, dass Sie keinen Kaufvertrag mehr wollen, weil die Vertrauensgrundlage nicht mehr vorhanden ist.

Am besten ist es, wenn Sie ganz detailliert darlegen, wann Sie sich bei der Firma gemeldet haben und wann Sie diese versucht haben zu kontaktieren. Im Anhang wäre es gut, Ihren Kaufvertrag mit der Quittung der Anzahlung anzuhängen.

 

Liebste Grüße,

Melanie

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