Kündigung des Mietverhältnisses durch neuen Vermieter

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am 1. März 2014 - 12:36

Guten Tag

Ich wohne seit Jan. 2008 in einer Mietwohnung. Am 2.2.2014 wurde die Wohnung an einen neuen Eigentümer verkauft. Dieser hat mir jetzt wegen Eigenbedarfs gekündigt. Folgende Frage:

Da der neue Käufer gewußt hat, dass er die Wohnung für sich selbst braucht, tritt meiner Meinung folgender § in Kraft :

§ 577a Kündigungsbeschränkung bei Wohnungsumwandlung

(1) Ist an vermieteten Wohnräumen nach der Überlassung an den Mieter Wohnungseigentum begründet und das Wohnungseigentum veräußert worden, so kann sich ein Erwerber auf berechtigte Interessen im Sinne des § 573 Abs. 2 Nr. 2 oder 3 erst nach Ablauf von drei Jahren seit der Veräußerung berufen.

Wer kann mir da Näheres dazu sagen ?

Muss ich der Kündigung trotzdem widersprechen? Obwohl im § auch noch steht :

(3) Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam.

Vielen Dank,

Bernd K.

 

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Guten Abend Bernd K.,

Sie müssen auf alle Fälle einen Widerspruch gegen die Eigenbedarfskündigung einlegen und den neuen Eigentümer darauf hinweisen.

Die Sperrfrist, die Sie da benennen, tritt nur ein, wenn Ihre Wohnung vor dem Verkauf in eine Eigentumswohnung umgewandelt wurde. Ist sie? Dann können Sie als Begründung für den Widerspruch die Sperrfrist nennen.

Wurde Ihre Wohnung jedoch vor dem Kauf nicht in eine Eigentumswohnung umgewandelt, müssen Sie den neuen Eigentümer darauf hinweisen, dass seine Eigenbedarfskündigung unwirksam ist, da der Eigentümer vor dem Kauf der Immobilie die Absicht hatte, einem Mieter zu kündigen, folglich selbst in die Wohnung einzuziehen. Die Eigenbedarfskündigung ist nicht dafür dar, dass der Eigentümer nur seinem Wunsch, die Immobilie selbst nutzen zu wollen, nachgeht. Wenn vor dem Kauf bereits ersichtlich war, dass der Eigentümer nach dem Kauf der Immobilie dem Mieter kündigt und der Mieter hierfür Beweise hat, kann er dies im Rahmen des Widerspruchs begründen.

Kann der Mieter dies nicht nachweisen bzw. nicht ausreichend begründen, so bleibt ihm nur noch die Möglichkeit eines "sozialen Härtefalls". Hier kommen Krankheiten, Alter etc. in Betracht, die bei Vorliegen die Kündigung verhindern können.

 

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