Kündigung wegen Eigenbedarf ->Mieterin Hartz IV Empfängerin + 2 behinderte Kinder

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am 17. Oktober 2013 - 12:41

Hallo liebes Forum,

 

ich bin neu hier und mir gefällt diese Seite recht gut. Ich habe hier eine schöne Vorlage für eine Kündigung wegen Eigenbedarf gefunden und benutzt. Nun habe ich die Frage, ob ich das so abgeben kann. Die Mieterin in unserer Wohnung ist Hartz IV Empfängerin und hat zwei behinderte Kinder. Ich weiß nicht, in wie fern bei ihr mit diesen Voraussetzungen besondere Härte gegeben ist. Ich will auch ganz fair bleiben und sie nicht überstürzt kündigen. Ich habe diese Woche meinen Arbeitsvertrag bekommen und trotz der langen Vorlaufzeit möchte ich ihr so früh wie möglich Bescheid geben.

 

Habe ich hier Chancen auf Erfolg? Auf welche Probleme muss ich mich gefasst machen? Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

Ich bin die Nichte und die Wohnung gehört meinem Onkel. Ich übernehme den Papierkram für die Wohnung, da er keine Ahnung davon hat. 

 

Herzlichen Dank vorab für jeden Hinweis, der mir helfen könnte.

 

Gruß

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Hallo,

wir haben Ihnen Ihre Vorlage zur Eigenbedarfskündigung ein klein wenig überarbeitet. Die rot markierten Stellen, sind die Stellen, wo durch uns eine Veränderung vorgenommen wurde.

Diese Veränderungen sind nur Ratschläge.

Ob Sie Erfolg mit Ihrer Eigenbedarfskündigung haben, ist davon abhängig, ob Ihre Mieterin einen Widerspruch einlegt.

Legt Sie diese innerhalb der Frist, so könnte Ihr Fall ein „Härtefall“ darstellen:

Da die Mieterin arbeitssuchend ist, zwei behinderte Kinder hat und wenn Sie schon aufgrund Ihrer finanziellem Spielraum keine vergleichbare, günstige Wohnung finden können, wie soll denn die Mieterin, die lediglich einen Hartz4-Satz erhält, eine günstige Wohnung finden?

Hier werden sodann eine Abwägung zwischen Ihren Interessen und die Ihrer Mieterin unternommen. Wird davon ausgegangen, dass ein Härtefall eingreift, so führt dies nicht unmittelbar dazu, dass das Mietverhältnis auf unbestimmte Zeit weiter fortgesetzt wird.

Es hat einerseits die Folge, dass das Mietverhältnis für eine angemessene Zeit weitergeführt wird, bis die Mieterin eine vergleichbare Ersatzwohnung ausfindig gemacht hat.

Andererseits kann auch eine Vertragsänderung erzielt werden. Hierbei bleibt jedoch das Mietverhältnis bestehen.

Auf unbestimmte Zeit kann jedoch das Mietverhältnis bei Vorliegen einer Schwerbehinderung bestehen. Bei medizinisch beherrschbaren Erkrankungen kann das Mietverhältnis nur auf eine bestimmte Zeit fortgesetzt werden.

Fraglich ist daher, ob die beiden Kinder Ihrer Mieterin schwerbehindert sind? Falls ja, kann, falls sie ein Widerruf einlegt, ein Härtefall eingreifen, die sodann die Eigenbedarfskündigung Ihrerseits unwirksam macht.

Wir hoffen, Ihnen mit diesen Ausführungen geholfen zu haben.

Liebe Juristin,

herzlichen Dank für Ihre ausführliche Antwort, die mir vieles Klarer gemacht hat. Ich werde es freundschaftlich versuchen. Schließlich hatte ich vorher in der Wohnung gewohnt und sie dann für meinen Onkel vermietet. Unter knapp 30 Bewerbern habe ich sie ausgesucht, weil es mir eine Herzensangelegenheit war, dieser Frau zu helfen. Ich hoffe, dass sie das nach nun fünf Jahren nicht vergessen hat.

Ich bin ganz hin und weg, dass ich so eine kompetente Antwort bekommen habe. Vielen Dank für Ihre Zeit!

Beste Grüße!

Liebe Fragestellerin,

es freut uns sehr, dass wir Ihnen helfen konnten und hoffen natürlich, dass die ein gutes Ende findet.. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht anderen Menschen im Bereich Jura zu helfen, so viel wir können.

Wenn Sie wieder eine konkrete Rechtsfrage haben, können SIe sich gerne an uns wenden. Ansonsten freuen wir uns auch sehr über Empfehlungen.

Ihr JuraRat-Team

Das werde ich auf jeden Fall tun. Habe bereits seit Tagen Ihre Seite empfohlen. Es ist kaum zu glauben, dass man kostenlos kompetente Hilfe bekommt. WAHNSINN.

 

Ich werde Sie sicherlich öfter besuchen :-)

Gibt es denn auch die Möglichkeit, Sie im Falle des Falles persönlich zu beauftragen?

 

Liebe Grüße,

Melanie

Liebe Melanie,

das freut uns wirklich sehr, dass wir Ihnen helfen konnten.

Momentan ist es uns noch nicht möglich Aufträge über das Internet anzunehmen. Wir planen jedoch die Möglichkeit in den nächsten Jahren einzuführen.

Bis dahin beantworten wir weiterhin gerne Ihre Fragen auf unserer Webseite.

Viele Grüße,

Ihr JuraRat-Team

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