Kündigungsfrist unmöbliertes Zimmer im Hauptmieterhaus

Gespeichert von yuna am 19. Februar 2015 - 20:44

Guten Tag an Alle,

ich habe folgende Situation:

im Haus der Hauptmieterin (nicht die Hausbesitzerin) mietete ich ein unmöbiliertes Zimmer mit Küchen- und Badnutzung seit 01.12.2014 an. Es ist nicht isoliert, ca.60 Jahre alt. Als ich eingezogen war, stellte sich heraus, das das Zimmer nur 18,2 Grad im besten Gall hergibt, ich friere ständig heftig. (die Vermieterpflicht ist hier, 20 Grad zu garantieren.) Der Heizungsfachmann stellte fest, dass der Heizkörper zu klein ist im Verhältis zur Raumgröße. Die Hauptmieterin will die 720 Euro für einen größeren Heizkörper nicht zahlen, einen Ofen ebenfalls nicht. Gar nichts. die Hausbesitzer will sie nicht anfragen, denn dann würden diese ihr kündigen, weil sie das Haus nicht halten könne - sie dies aber unbedingt will.

Stattdessen wurden daraufhin haarsträubende Gründe erfunden, damit ich ausziehen solle - just ab diesem Moment, wo sie ihren Vermieterpflichten nicht nachkommen will, "passt es menschlich nicht von Anfang an".

Nun die Kündigung heute am 17. Februar für den 31. März mit folgendem Text:

" Einer Fortsetzung des Untermietverhältisses über den 31.03.2015 hinaus widerspreche ich  bereits jetzt.

Erläuterung der Kündigungsfrist:

Nach § 573 c Absatz3 BGB ist bei Wohnraum nach § 549 Absatz 2 Nummer 2 die Kündigung spätestens am 15. eines Monats zum Ablauf dieses Monats zulässig. Da ich die Wohnung selbst mit Ihnen bewohne, bin ich im Hinblick auf § 573a Absatz 2 BGB berechtigt, die Untervermietung ohne Angabe rechtlicher Interessen und ohne Angabe von Gründen zu kündigen."

 

Meine Fragen:

Die Kündigungsfrist müsste doch 3 Monate sein; sie leistet ihre Vermieterpflicht nicht und es besteht kein Eigenbedarf?

Es besteht "Härte", wie ich im BGB las, es ist hier in München und Umland sehr schwer, Wohnraum zu finden, zumal ohne Auto.

Wie soll bzgl. Mietzahlung vorgehen zum 1. des Monats wegen Mietabzug Heizung?

Wie mit der Kaution, letzte Rate würde jetzt anstehen?

 

1000 Dank für jede Hilfe, ich bin mit den Klauseln der Paragraphen überfordert, danke!

 

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Hallo yuna,

schauen Sie sich einmal folgenden Beitrag an:

http://jurarat.de/das-sonderkuendigungsrecht-des-vermieters-nach-ss-573-bgb

Hier wird das Sonderkündigungsrecht des Vermieters behandelt.

Hiere Vermieterin beruft sich auf § 573 Abs. 2 BGB.

Jedoch muss sie Ihnen gegenüber auch wirksam zugegangen sein, sprich schriftlich und mit der Widerspruchsbelehrung. Zudem erhöht sich die normale Frist um drei weitere Monate, d.h. sie kann Ihnen nicht zum nächsten Monat kündigen. Der Grund hierfür liegt darin, dass sie nicht wie bei einer normalen Eigenbedarfskündigung nicht ein berechtigtes Interesse vorweisen kann.

D.h. sie könnte wenn die Kündigung bei Ihnen erst am 17. Februar zugegangen ist, gilt sie jedoch so, als wäre sie erst im März zugegangen, d.h. bei drei Monaten wäre es der 31. Mai. Bei sechs Monaten kann sie erst zum 31. August 2015 kündigen. Das steht so in dem § 573 a Abs. 1 S. 2 BGB.

Zudem sollten Sie die Kündigung widersprechen und sich auf einen Härtefall gem. §§ 574, 574 a BGB berufen.

Gem. § 574 Abs. 2 BGB liegt eine Härte auch vor, wenn angemessener Ersatzwohnraum zu zumutbaren Bedingungen nicht beschafft werden kann. Sie müssen jedoch dies beweisen können, d.h. Ihre Suche nach Ersatzwohnungen dokumentieren mit Datum der Suche, Kosten der Miete, wo die Wohnung liegt, mit wem Sie Kontakt aufgenommen haben, Eigenschaft der Wohnung/des Zimmers.

Falls Sie dies tun, können Sie gem. § 574 a Abs. 1 BGB verlangen, dass das Mietverhältnis so lange fortgesetzt wird, wie dies unter Berücksichtigung aller Umstände angemessen ist.

 

Zu Ihrer Mietminderung:

Sie sollten schriftlich die Mietminderung beantragen und alle Gründe aufzählen, weshalb Sie eine Mietminderung verlangen, sprich alles aufzählen - am besten detailliert, dass es dem Vermieter ersichtlich wird, worunter Sie leiden. Dann berechnen Sie, was es Sie kosten würde ein elektronisches Heizkörper zu kaufen und diesen über Strom in Ihrem Zimmer als Zimmererwärmung einzusetzen. Die Kosten sollten dann von der Miete abgezogen werden oder die Vermieterin sollte Ihnen etwas anderes vorschlagen. Machen Sie dies ruhig rückwirkend.

 

Liebste Grüße,

Melanie

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