Lohn wurde nicht gezahlt

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am 25. Februar 2014 - 22:33

Hallo,

war vom 02.01.2014 bis zum 15.01.2014 beschäftigt und habe am 15.01. durch einen Aufhebungsvertrag das Arbeitsverhältnis beendet.

Nun wurde mir am 15.02.2014 der Lohn nicht überwiesen, bei der Krankenkasse wurde ich auch nicht angemeldet und bei telefonischer Rücksprache habe ich die Auskunft erhalten, dass die Firma Insolvenz gemeldet hat und der Insolvenzverwalter würde noch nicht feststehen.

Sie hätte mich aber auf eine Liste der nicht bezahlten Mitarbeiter gesetzt und ich würde dann vom Insolvenzverwalter hören. Habe diese Info an einen ehemaligen Mitarbeiter, der mit mir zusammen angefangen hatte und dort auch nicht mehr arbeitet, weitergegeben und der teilte mir mit, dass er noch Kontakt zu einer Mitarbeiterin vor Ort hat und die hat sein Geld erhalten und weiß nichts von einer Insolvenz.

Jetzt frage ich mich, wie ich weiter vorgehen soll.

Gruß,

Tanja

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Hallo Tanja,

das klingt so gar nicht gut.

Eine Formvorschrift, wonach der Arbeitgeber seine Arbeitnehmer über seine Insolvenz informieren muss, gibt es leider nicht. Der Arbeitgeber muss spätestens dann Insolvenz beantragen, wenn er etwa 90 Prozent seiner Schulden nicht mehr zahlen kann. Mit diesem Zeitpunkt entsteht auch die Pflicht des Arbeitgebers seine Arbeitnehmer über seine Insolvenz zu informiren. Denn nur dann können auch die Arbeitnehmer bei der Agentur für Arbeit ihren Anspruch auf Insolvenzgeld geltend machen.

Daher würde ich Ihnen empfehlen zur Agentur für Arbeit zu gehen, um dort das "Insolvenzgeld" zu beantragen. Diesen Anspruch muss der Arbeitnehmer selbst bei der Agentur für Arbeit durch Antrag geltend machen. Hierbei ist es wichtig, dass der Arbeitnehmer die Fristen bzgl. seines Antrages beachten sollte, gem. § 324 Abs. 3 SGB III (http://dejure.org/gesetze/SGB_III/324.html). Demnach ist der Antrag innerhalb einer Ausschlussfrist von zwei Monaten nach dem Insolvenzereignis zu beantragen. Erlischt die Frist, erlischt auch zugleich der Anspruch.

Wenn Forderungen über den Lohn der letzten drei Monate vor Eintritt des Insolvenzfalles geltend gemacht werden, können diese als einfache Insolenzforderungen gegenüber dem Insolvenzverwalter zur Insolvenztabelle angemeldet werden. Diese aufgenommen Ansprüche in der Insolvenztabelle werden dann ihrem Rang entsprechend anteilig liquidiert.

Parallel würde ich Ihnen empfehlen, Ihren ehemaligen Arbeitgeber wegen der fehlenden Lohnzahlung abzumahnen und Ihnen die Abmanhnung per Empfangsbestätigung unterschreiben zu lassen. Bitte erwähnen Sie in Ihrer Abmahnung eine Frist. Damit die fehlende Frist später nicht zu einem Problem erwachsen sollte. Die Empfehlung zur Abmahnung lässt sich so begründen, dass bei Ihrem Fall noch nicht sicher ist, ob überhaupt das Unternehmen Insolvenz angemeldet hat.

Hierzu können Sie sich gerne an unserer DOC-Vorlage bedienen:

http://jurarat.de/was-ist-zu-tun-wenn-der-arbeitgeber-den-lohn-nicht-zahlt

Sie müssten die Vorlage insoweit abändern, dass Sie aufnehmen, dass das Arbeitsverhältnis bereits beendet wurde, Sie jedoch bis dato Ihren Lohn nicht erhalten haben.

Ich wünsche Ihnen alles Gute,

Gruß,

Roland

 

 

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