Mahngebühren

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am 2. Dezember 2013 - 10:02

Hallo,

ich habe Anfang des Jahres Ware bei einen Versandhaus bestellt, dass meiste habe ich wieder zurückgeschickt und 1 Teil behalten. Dies war 1 Woche vor meinem Umzug und ich habe noch schnell die Online-Überweisung fertig gemacht. Leider habe ich vergessen meine Kundennummer anzugeben und die Zahlung konnte dann wohl nicht zugeordnet werden und wurde auf ein Sammelkonto von den Versandhaus gebucht. Also habe ich meinen Fehler leider nicht gemerkt und konnte diesen nicht korrigieren. Das Versandhaus hat mir dann wohl Mahnungen geschickt zu meiner alten Adresse (ich habe vergessen mich bei den Versandhaus umzumelden und hielt es ehrlich gesagt auch nicht für nötig.) diese gingen dann natürlich auch wieder zurück. Leider wurde es nicht für nötig gehalten, mich auf meiner angegebenen Handynummer oder E-Mail zu kontaktieren (was selbst eine Mitarbeiter bei diesen Versandhaus wunderte) und ich erhielt einen Anruf vom Inkasso. Nach ein paar Telefonaten mit dem Versandhaus, konnte ich die Sache klären da ich ja nachweisen konnte das ich das Geld überwiesen habe. Die Forderung wurde auch vom Inkasso zurückgenommen worüber ich sehr froh bin.

Jetzt soll ich allerdings 37,55€ an das Versandhaus überweisen.

Diese Summe setzt sich aus 4 Mahnungen a 10 €, Portokosten von 0,58 und es werden nochmal 3,03 € abgezogen die als Unkostenvergütung  aufgeführt sind.

 

Bin ich verpflichtet die Kosten zu zahlen? Im Grunde habe ich die Ware ja rechtzeitig bezahlt.

 

MFG

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Guten Abend,

Sie sind dann verpflichtet die Mahnkosten zu übernehmen, wenn Sie diese zu vertreten haben.

Zu vertreten haben Sie sie nur dann, wenn Sie etwas unterlassen haben zu tun. Das wäre in der Regel die Erfüllung Ihrer Leistungspflicht  i.S.v. der Zahlung des Kaufpreises. Diese haben Sie fristgerecht erfüllt.

Fraglich ist jedoch, wie es sich auswirkt, dass Ihre Überweisung aufgrund der fehlenden Kundennummer nicht zugeordnet werden konnte. Wie dieser Umstand zu bewerten ist.

In einem Versandhaus werden Überweisungen, die nicht zugeordnet werden können, in einem Sammelkonto umgebucht, damit diese Überweisungen zu den offenen Rechnungen zugeordnet werden können. Diese können nur dann zugeordnet werden, wenn der Bankinhaber identisch mit dem Käufer ist und der Überweisungsbetrag identisch ist. Falls dieser nicht identisch sein sollte, kann auch das Versandhaus die Überweisung nicht zu ordnen und müsste es in der Regel zurückbuchen lassen. In einem solchen Fall verschickt das Versandhaus Mahnungen und erhebt hierfür Mahnkosten.

Fraglich ist daher, ob der Bankinhaber – folglich Sie – mit dem Käufernamen identisch sind?

Falls nein:

Müssen Sie die Mahnkosten zahlen, da das Versandhaus nicht zuordnen kann, von welchem Käufer nun die Überweisung erfolgt ist. Auch kann das Versandhaus in einem solchen Fall dies nicht überprüfen. Problematisch wäre nur, wie viele Mahnschreiben Sie erstatten müssten. Hierzu finden Sie unten eine ausführlichere Darstellung.

Falls ja:

Würden wir Ihnen empfehlen ein Schreiben  gegenüber dem Versandhaus aufzusetzen mit dem Titel „Widerspruch der Mahnkosten“,  indem Sie es bedauern, es vergessen zu haben ihre Kundennummer zu schreiben, jedoch Sie innerhalb der Frist rechtzeitig Ihre Rechnung und somit auch ihre Leistungspflicht aus dem Kaufvertrag erfüllt haben. Zudem stimmen Bankinhaber und Käufer überein. Sodass es dem Versandhaus grundsätzlich möglich gewesen sein könnte, diese leicht mit den Überweisungseingängen im Sammelkonto zu überprüfen und die somit zuzuordnen.

Zudem können Sie das Versandhaus darauf hinweisen, dass sie den Überweisungsbetrag einbehalten haben und Ihnen durch eine „ Zurückbuchung“ nicht einmal die Möglichkeit gegeben haben, Sie auf Ihren Fehler bei der Überweisung hinzuweisen.

Zum anderen würden wir Ihnen empfehlen im Rahmen Ihres Schreibens darauf einzugehen, dass Sie umgezogen sind und die Mahnungen nicht erhalten haben. Das Versandhaus müsste „eigentlich“ Ihnen beweisen, dass sie

1. Mahnungen tatsächlich abgeschickt haben und

 2. hätte das Versandhaus ihre Mahnschreiben zurückbekommen müssen, weil Sie nicht mehr unter der Anschrift sesshaft waren (letztlich steht Ihr Name nicht mehr an der Klingel).

Spätestens hier müsste das Versandhaus merken, dass Sie umgezogen sind. Wenn das Versandhaus das bemerkt haben sollte und Ihnen trotzdem weitere Mahnungen an Ihre alte Anschrift verschickt hat, müssen Sie diese Kosten nicht tragen, da das Versandhaus bewusst die Mahnungen an einen Ort, wo Sie nicht vorzufinden waren, abgeschickt hat. Diese Mahnungen können Sie letztlich auch nicht erreichen und erfüllen somit ihre Pflicht nicht Sie über die offene Rechnung zu informieren. Durch Ihre Überweisung, die auch tatsächlich bei dem Versandhaus angekommen ist und die auch nicht zurückgebucht wurde, gab es für Sie sowohl objektiv als auch subjektiv nicht den Anschein, dass die Überweisung fehlgeschlagen hat. Nach Ihrer Ansicht haben Sie Ihre Leistungspflicht aus dem Kaufvertrag mit der rechtzeitigen Überweisung des Rechnungsbetrages erfüllt.

Daher wäre das Versandhaus angehalten, Sie über Ihre E-Mail  Adresse oder über Ihre Telefonnummer zu erreichen, um Sie auf die offene Rechnung hinzuweisen. Denn im Kontaktformular fordern Sie genau aus diesem Grund Ihre Daten an, um sie für eine solche Situation in Gebrauch zu nehmen. Erst in diesem Zeitpunkt hätte das Versandhaus Sie darüber in Kenntnis gesetzt, dass etwas schief gelaufen ist. Doch das Versandhaus hat Ihnen diese Möglichkeit nicht gegeben, sodass Sie davon ausgehen mussten, dass alles reibungslos funktioniert hat.

Ferner sollten Sie dem Versandhaus ausdrücklich darauf hinweisen, dass es zu keinem Zeitpunkt in Ihrem Interesse war, die Zahlung nicht zu begleichen.  Dies zeigen Sie auch damit, dass Sie die Rechnung fristgerecht beglichen haben.

Als Anlage würden wir Ihnen empfehlen, den Überweisungsbeleg beizulegen und als Nachweis Ihre neue Anschrift darlegen.

Haben Sie noch weitere Fragen?

Hallo,

ich habe den Versandhaus genau das geschrieben und ich muss die Mahnkosten nicht zahlen.

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

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