Mahngebühren

Gespeichert von OliLa am 12. November 2014 - 22:40

Hallo!

ich hatte bei Paypal am 28. August 2014 einen negativen Kontostand von 63,00 Euro, weil sich die Transaktionen überschnitten hatten, sprich mein Konto war nicht ausreichend gedeckt, ich habe 63,00 Euro mit Paypal gezahlt, Paypal konnte das Geld aber nicht abbuchen wegen meinem Kontostand. Da Paypal das Geld nicht abbuchen konnte, hatte ich dann einen negativen Kontostand von -88,00 Euro bei Paypal (63,00 EUR plus 25,00 Euro laut AGBs wegen "Nichteinlösung"). Alles schön, alles gut, alles rechtens.

Habe dann sogleich am 28. August über meinen Paypal-Account mehrere Nachrichten an Paypal geschickt (zunächst über das normale Kontaktformular und dann noch über die auf der Homepage angegebene Mail-Adresse) mit der Bitte, dass ich den negativen Kontostand gerne per Raten ausgleichen würde, da ich finanziell derzeit nicht in der Lage bin, den Gesamtbetrag von 88,00 Euro auf einmal zu bezahlen. Für meine Mails habe ich immer eine Empfangsbestätigung bekommen, aber nie mit meinem "Text". Eine Mail von Paypal am 28. August lautete dann so:

"Guten Tag Frau XY,
Vielen Dank für Ihre E-Mail an service@paypal.de.

Leider wird dieses Postfach von uns nicht überwacht, und Sie werden deshalb keine Antwort auf Ihre E-Mail erhalten.

Um uns zu kontaktieren, loggen Sie sich bitte in Ihr PayPal-Konto ein, und klicken Sie auf den Link "Kontakt", den Sie am Ende jeder Seite finden. Hier können Sie wählen, ob Sie eine E-Mail senden oder uns anrufen möchten."

Ich hatte doch schon über den angegebenen Link eine Nachricht geschrieben! Jedenfalls hatte ich nichts mehr gehört und dann brav, wie in meiner Nachricht vorgeschlagen, angefangen, eine erste Rate von 18,00 Euro zu überweisen. Das habe ich am 6. September gemacht, der Einzahlungsbetrag wurde von Paypal auch meinem Konto gutgeschrieben und ich habe eine Empfangsbestätigung per Mail bekommen für die 18,00 Euro. 

Am 1. Oktober 2014 flattert mir ein Brief ins Haus von einer Kanzlei in Hamburg.

Reststand von Paypal 70,00 Euro (88,00 Euro minus die 18,00 Euro, die ich ja schon überwiesen hatte) plus sage und schreibe 20,00 Euro vorgerichtliche Kosten, plus 58,50 Euro "Gebühr", plus 11,70 Euro Auslagenpauschale und noch 0,21 Euro Verzugszinsen, macht zusammen 160,41 Euro.

Im Prinzip sitze ich jetzt auf einem Haufen von noch ca. 145,00 Euro. Da ich guten Glaubens sogleich auch wie vorgeschlagen damals in meiner ersten Mail an Paypal am 28. August, die nächste Rate 15,00 Euro am 8. Oktober 2014 überwiesen habe. Ich weiß nicht mehr weiter. Bleiben eben noch die 145,41 Euro. Ich bekomme von Paypal immer Bestätigungen für meine Ratenzahlungen, mein Paypalguthaben ist jetzt auf Minus 55,00 Euro, ich habe alles versucht, sauber aus der Sache zu kommen mit gutem Gewissen, dann flattern mir die Briefe von der Rechtsanwaltskanzlei rein.....erst nennen sie die Differenz 145,51 Euro zu restlichen 55,00 Euro (für Paypal) also ca. 90,00 Euro "vorgerichtliche Kosten" und "Gebühr", im zweiten und dritten Schreiben dann "Mahngebühren" für Mails (ich betone die Mehrzahl) am 30. September.

Ich habe am 30. September 2014 genau eine Mail bekommen von dem komischen Verein aus Hamburg. Dass ich 2 Mails bekommen habe, da liegt die Beweispflicht bei ihnen. Macht aber echt auch keinen Sinn, 2 Mails an einem Tag zu schreiben wegen der gleichen Sache. Ich hatte jedenfalls nur 1 Mail in meinem Posteingang von diesem Tag und von dieser Kanzlei. 

Diese "Mahnkosten per Mail", die fast 100% von der eigentlichen Hauptforderung machen, können doch nicht wirklich angemessen sein oder? Ich habe mich ja stets bemüht und ja auch immer Bestätigungen von Paypal bekommen für meine Zahlungen, da kann doch 1 Mahnschreiben per Mail nicht 90,00 Euro kosten. 

 

Ich würde mich über eine Antwort freuen!

 

Gruß,

OliLa

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... und da ich ja immer die Raten laut meinem Ratenzahlungsangebot bezahlt habe und Paypal mir den Empfang bestätigt hat, dann haben sie doch rechtlich mein Ratenzahlungsangebot angenommen und können nicht im Nachhinein ein Inkassounternehmen beauftragen, dass mir Mahngebühren berechnet. 

Hallo OliLa,

so einfach ist das nicht. Sie haben zwar PayPal ein Schreiben gesendet, haben Sie jedoch niemals und zu keiner Zeit - laut Ihrer Beschreibung eine Nachricht von PayPal erhalten. Dass im Falle Ihrer Einzahlungen eine Bestätung seitens Paypal gesendet wird, ist üblich. Die wird auch stets erhalten, wenn Abbuchungen stattfinden.

Daher ist es in Ihrem Fall wahrscheinlich, dass Sie eine Mahnung von einer Kanzlei erhalten.

Sie hätten noch sich darum bemühen müssen, bei PayPal anzurufen. Das haben Sie jedoch nicht getan.

 

Gruß,

Roland

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