Mahngebühren zu hoch ?

Gespeichert von Puma369 am 7. August 2014 - 17:36

Ich habe seit längeren einen TS Server gemietet und zahle monatlich 7,95€.

Leider habe ich durch eine etwas stressigere Zeit zwei Raten nicht gezahlt. Zahlungserinnerungen bekomme ich immer per E-Mail - nur da ich nicht on war, habe ich diese nicht gesehen.
Heute habe ich dann Post bekommen.

Hauptforderung: 15,90€

Mahnkosten der Auftraggeberin: 20,00€

Inkassokosten: 27,00€

Verzugszinen 5%:  0,03€

Gesamtforderung: 62,93€

 

Man kann mir doch nicht erzählen, dass es normal ist über 60 Euro zu zahlen, wenn die Hauptforderung etwas über 15 Euro kostet. Anmerkung dies ist der erste Brief, der verschickt wurde. Es wurden vorher nur virtuelle E-Mails verschickt, die somit keine Papierkosten oder Porto verursacht haben.

Ist diese Forderung nun rechtens oder sollte ich dagegen an gehen und wenn ja wie?

Gruß

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Guten Tag Puma369,

also die Gesamtforderung erscheint mir ein wenig zu hoch. Sie sollten auf alle Fälle dagegen Widerspruch einlegen.

Hauptforderung stimmt in Ihrem Falle.

Mahnkosten der Auftraggeberin erscheinen mir hier wirklich sehr hoch. Sie sollten bei Ihrem Widerspruch darauf eingehen, dass Sie ihre Mahnkosten detailliert darlegen soll. Einfach eine pauschale Gebühr zu erheben, ist nicht zulässig. Die Autraggeberin darf nicht sämtliche Kosten im Rahmen der Mahnkosten auf Sie als Auftragnehmer abwälzen. Bei Mahnschreiben per E-Mail dürfte grundsätzlich keine Gebühr erhoben werden. Die Buchhaltungskosten dürfen auch nicht Teil der Mahnkosten sein. Es dürften bei der dritten Mahnung nur Kosten bis max. 10,00 EUR erhoben werden, wenn jedoch alle drei Schreiben per Post erfolgt sind. Da jedoch bei Ihnen die dritte Mahnung erst per Post erfolgte, müsste hier grundsätzlich maximal 5,00 EUR - bei anderen Ansichten sogar nur 2,50 EUR erfolgen.

Inkassokosten sind immer im Rahmen der Erhebung von Mahngebühren problematisch. Die Rechtsprechung besagt, dass die Inkassogebühren dann von dem Schuldner erstattungsfähig sind, wenn das Inkassounternehmen über die üblichen Eigenbemühungen des Gläubigers - hier der Auftraggeberin - hinausgeht und objektiv notwendig sind. Objektiv notwendig liegt vor, wenn die Beauftragung des Inkassounternehmens nicht von Anfang an sinnlos und nutzlos wäre. Zudem dürfen die Kosten des Inkassounternehmens nicht die Kosten des Rechtsanwaltes übersteigen (Schadensminderungspflicht beim Forderungseinzug). Die Inkassokosten sind dann nicht von dem Schuldner zu tragen, wenn die Bemühungen des Inkassounternehmens erfolgslos blieb und der Gläubiger einen Rechtsanwalt beauftragt hat. Das ist dann der Fall, wenn der Schuldner erkennbar für den Gläubiger nicht zahlungswillig oder zahlungsfähig ist.

Die Inkassokosten richten sich nach der Forderung. Bei Ihnen scheint dies noch in Ordnung zu sein.

Sie sollten jedoch überprüfen, ob die Einschaltung des Inkassounternehmens notwendig war.

 

Liebe Grüße

 

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