Mahnkosten, Mahnschreiben

Gespeichert von natalia e am 29. November 2014 - 14:30

Hallo zusammen,

es handelt sich um folgendes Problem:

Ich habe über den Ebay- Account meiner Eltern etwas verkauft, wofür eine Verkaufsprovision fällig war, was ich allerdings nicht gewusst habe.

Der Verkauf fand im September statt. Da der Käufer allerdings den gekauften Gegenstand weder bezahlt noch abgeholt hat, hatte sich die Sache für mich alles erledigt und ich habe es über ebay Kleinanzeigen verkauft.

Nun ja, weder ich noch meine Eltern haben den Account seit dem benutzt gehabt, so blieben die Zahlungsaufforderung von ebay (die allerdings nur per Email kamen) ungelesen. Das fiel uns auf, als meine Eltern einen Kauf tätigen wollten und das ebay-Konto gesperrt war (13.11.14), wir haben denn sofort die offenen Gebühren von 62,94 (letzte Rechnung)  begliechen.

Am 14.11. bekamen wir einen Brief von den Anwälten mit dem Betreff "Forderungsangelegenheit" mit folgender Forderungsaufstellung:

Hauptsache 62,94 EUR

Mahnkosten 20,00 EUR

Mahnschreiben v. 13.11.14  58,50 EUR

Mahnschreiben v. 13.11.14  11,70 EUR

Zinsen auf Hauptsache 0,31 EUR

Da ich das Schreiben nach meiner Zahlung bekommen habe, hielt ich es als erledigt. Allerdings rief einer der Anwälte am nächsten Tag an (als die Zahlung eingegangen war) und meinte dass, das Geld wieder zurück gebucht wird und wir die komplette Summe bis zum 23.11. an das Konto der Anwaltskanzlei überweisen sollen. Das Geld haben wir nicht zurück erhalten und das Ebay Konto wurde wieder freigeschaltet.

Heute bekamen wir erneut ein Schreiben von der Anwaltskanzlei. Dort steht, dass die Hauptforderung begliechen wurde und da die vor meiner Zahlung damit beauftragt wurden, schulden wir den noch die Restkoten, die bis zum 4.12.  bezahlt werden müssen. Anbei war die Forderungsaufstellung:

Hauptsache 62,94 EUR

Mahnkosten 20,00 EUR

Mahnschreiben v. 13.11.14  58,50 EUR

Mahnschreiben v. 13.11.14  11,70 EUR

Zahlung 62,94 EUR 18.11.14 (was nicht stimmt und wir mit Überweisungsbelegen wiederlegen können)  -62,94 EUR

Saldo vom 27.11.14 90,20 EUR

Summe Restforderung 90,51 EUR

Nun frage ich mich, warum die Kanzlei die Mahngebühren mir ins Rechnung stellt, obwohl das ebay bereits gemacht hat und wir diese Summe auch begliechen haben. Und die Rechnung für das Mahnschreiben von 13.11. beträgt 58,50 EUR  und nochmals 11, 70 EUR  was für mich ziemlich hoch erscheint. Aber ich habe doch kein Mahnschreiben erhalten oder zählt das Schreiben von den Anwälten als Mahnung?

Ich weiß, dass die Sache mit der Provision echt blöd gelaufen ist und das auf meine Kappe geht. Dennoch verstehe ich nicht, dass ich jetzt mehr als 100% darauf zahlen muss.

Ich hoffe, ihr könnt mich aufklären oder evtl. helfen mit einem Rat oder Tipp, wenn man etwas noch machen könnte oder wenigstens die Kosten reduzieren.

Ich bedanke mich im Voraus für die Antworten und die genommene Zeit.

MfG Natalia

 

 

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Liebe Natalia,

Sie sollten auf jeden Fall einen Widerspruch gegen die Erhebung der Kosten einlegen.

Ich habe gerade auf der Ebay Seite nachgeschaut, wann die Verkaufsprovision, wie Sie es beschrieben haben, fällig wird.

Dort steht:

"Als privater Verkäufer können Sie bis zu 20 Angebote pro Monat ohne Angebotsgebühr bei eBay.de einstellen. Ab dem 21. Angebot fällt eine nicht erstattungsfähige Angebotsgebühr von 0,50 Euro an.

Wenn Sie Ihren Artikel erfolgreich bei eBay verkaufen, stellen wir Ihnen eine Verkaufsprovision von 10 % in Rechnung - maximal berechnen wir Ihnen 199,00 Euro.

Mit Zusatzoptionen können Sie die Sichtbarkeit Ihrer Angebote in den Suchergebnissen erhöhen. Gebühren für Zusatzoptionen fallen nur an, wenn Sie diese auswählen."

Sie haben Ihren Artikel nicht erfolgreich bei eBay verkaufen können. Sie müssen nun die Nachweise erbringen, warum es nicht geklappt hat. Erst wenn der Verkauf erfolgreich war, müssten Sie die Provision zahlen. Sie haben es vernachlässigt, eBay darüber zu unterrichten.

Das sollten Sie unbedingt auch dem Anwalt sagen. Zudem sollten Sie auch der Anwaltskanzlei schreiben und sagen, dass diese erst zum 14.11. tätig wurde und nicht am 13.11. Sie können gerne dann die E-Mail von eBay einfügen und dies auf diese Weise beweisen.

Zudem sollten Sie auch der Anwaltskanzlei nachweisen, dass Sie bereits am 13.11. unabhängig von dem anwaltlichen Schreiben, die Rechnung zu Unrecht beglichen haben.

In Ihrem Widerspruch gegen die Erhebung der Kosten sollten Sie auf jeden Fall die Kopie über die Überweisung am 13.11. bzgl. der Gebühr an eBay nachweisen und den Kontoauszug einfügen.

Da ich nicht genau weiß, was für Optionen Sie bei eBay vereinbart haben, kann ich vorerst nichts Konkretes mehr dazu sagen. Jedoch stimme ich Ihnen zu, dass die Kosten ein bisschen zu hoch sind und vor allem das Schreiben am 14.11. und 29.11. unnötig war, da Sie bereits am 13.11. schon die Rechnung beglichen hatten und somit der Einsatz der Kanzlei nicht mehr notwendig war.

Hinsichtlich Abmahnung sind Anwaltkosten dann erstattungsfähig vom Schuldner, wenn diese zur Abhilfe vorgenommen wurden. Da jedoch Sie bereits Ihre Schuld beglichen hatten, erübrigte sich eine weitere Zahlungsaufforderung durch den Anwalt.

 

Liebe Grüße

Hallo,

Sie hatten in Ihren Erläuterungen geschrieben, dass Sie etwas über e-bay Kleinanzeigen verkaufen wollten, da werden eigentlich gar keine Provisionen gezahlt. 

In der Sache mit den Forderungen, bei mir war das so, dass ich die Forderungen des Anwalts nicht bezahlen musste, da das Schreiben nach meiner Zahlung eingegangen war, allerdings handelte es sich dabei nicht um e-bay. Meines Wissens nach darf der Anwalt Ihnen das nicht in Rechnung stellen . 

Das habe ich dazu gefunden:

"Sie haben die Anwaltskosten zu tragen, wenn Sie sich mit der Zahlung der Forderung in Verzug befunden haben. Denn dann (und erst dann!) entsteht ein sog. Verzugsschaden, der in den Anwalts- oder Inkassokosten besteht, vgl. §§ 280, 286 BGB."

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