Nach Elternzeit degradiert

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am 28. Januar 2014 - 0:17

Hallo ich habe mal eine Frage,

ich bin im Oktober 2012 in Elternzeit gegangen bis einschl. 30.07.2013 seit dem 31.07.2013 gehe ich wieder meiner Arbeit nach. Das Ganze in Vollzeit und auf Schicht. Jetzt wurde im Dezember 2012 ein Betriebsvereinbarung getroffen, dass alle Mitarbeiter, die ab dem 01.01.2013 in das Unternehmen eintreten folgende Leistungen nicht mehr bekommen (Persönliche Zulage, Betriebliche Erfahrungszulage, Antrittsgelder für Spät- und Nachtschichten) alle AN, die vor dem 01.01.2013 im Unternehmen waren, haben eine Absicherung dieser Leistungen erhalten. Mit der Ausnahme sie wechseln den Arbeitsplatz oder gehen auf Normalschicht.

Jetzt ist es bei mir so, dass man angefangen hat ab Oktober die Leistungen Stück für Stück wegzukürzen bis es mir jetzt aufgefallen ist. Auf Nachfrage bei unserer Entgeldstelle wurde mir mitgeteilt dies sei absolut rechtens, da ich ja im Jahr 2013 nicht durchgehend Schicht gearbeitet habe. Ich sag mal wie auch wenn ich in Elterzeit war, ich habe ja gar nicht gearbeitet.

Jetzt meine Frage, ist das Ganze rechtens, denn wir reden hier von 300-350€ Netto pro Monat und als Familie tut das wirklich weh.

Denn wie soll ich sagen, ich fühle mich damit absolut degradiert und diskriminiert und das nur weil ich ein Kind bekommen habe und ein Jahr Elternzeit in Anspruch genommen habe.

 

Viele Dank schon einmal.

Liebe Grüße Isi

 

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Liebe Isi,

die Überprüfung, ob eine wirksame oder unwirksame Betriebsvereinbarung vorliegt, ist sehr aufwendig. Hierfür wird der gesamte Sachverhalt (Betriebsvereinbarung, Arbeitsvertrag, ggf. Tarifvertrag) benötigt. Daher würde ich in diesem Fall anraten falls Sie Zweifel an der Wirksamkeit der Betriebsvereinbarung haben, einen Anwalt Ihres Vertrauens zu konsultieren. Der Sachverhalt ist zu kompliziert für ein Forum.

Unabhängig von der oben geschilderten Sache ist die Frage, ob die Änderungen Sie betreffen können. Laut Ihrer Schilderung waren Sie im Oktober 2012 bis Ende Juli 2013 in Elternzeit. D.h. im Umkehrschluss, dass Ihr Arbeitsvertrag vor Oktober 2012 abgeschlossen wurde. Folglich führt es zum Ergebnis, dass Sie vor dem 1. Januar 2013 gearbeitet haben.

In Elternzeit zu gehen heißt nicht, dass Sie aufgehört haben zu arbeiten. Vielmehr bedeutet es nur, dass Ihr Arbeitverhältnis nur vorläufig gem. § 15 BEEG ausgesetzt wird. Demnach haben Sie auch Anspruch auf Rückkehr zu dem vorherigen Arbeitsplatz.

Ihr Vertrag wurde während der Elternzeit nie außer Kraft gesetzt. Nach der Beendigung der Elternzeit können Sie darauf bestehen, den gleichen Arbeitsplatz (soweit verfügbar, aber jedenfalls einen vergleichbaren, Ihren Qualifikationen entsprechenden Arbeitsplatz) wieder zu besetzen.

Der Arbeitgeber kann Sie zu einer Arbeit degradieren, die noch Gegenstand Ihres Arbeitsvertrages sind und die darin bezeichneten bzw. von Ihnen verlangten Qualifikationen sind (Gehalt und andere Sonderzahlungen, die im Vertrag genannt werden, müssen beibehalten werden trotz einer anderen Tätigkeit, die Ihrer alten Tätigkeit ähnelt). Daher haben Sie die vertraglichen Ansprüche trotz Elternzeit behalten.

Falls die Betriebsvereinbarung nun vorsieht für Arbeitnehmer, die vor dem 1. Januar 2013 im Unternehmen eingestellt wurden, dass sie ihre alten Konditionen behalten dürfen, wenn sie

a.) den Arbeitsplatz wechseln oder

b) auf Normalschicht gehen - muss der Arbeitgeber Ihnen Ihre gesamten Konditionen, die im Arbeitsvertrag stehen, gleichermaßen anbieten (Gehalt, Sonderzahlungen etc.).

 

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