Nachzahlung Elterngeld Zwillinge

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am 24. Januar 2014 - 14:44

Hallo,

laut einem Urteil aus Juni 2013, von dem wir jetzt erst erfahren haben, haben wir  einen Antrag auf Elterngeldnachzahlung für unsere Zwillinge gestellt.

Unsere Zwillinge sind im März 2012 geboren, zu der Zeit war ich noch in Elternzeit (seit 2010).

Seit Herbst 2012 beziehen wir Kinderzuschlag. Wird die Einmalzahlung, die wir vom Elterngeld erwarten können jetzt rückwirkend auf den Kinderzuschlag berechnet?

Müssen wir auch für 2012 einen neuen Einkommenssteuerbescheid nachreichen oder muß ich die Rückzahlung in dem Einkommenssteuerbescheid (2014) eintragen, in der wir sie erhalten haben?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe!

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Guten Abend,

die Elterngeldrückzahlung wird als Einkommen beim Kinderzuschlag angerechnet. Auch hier gilt die Ausnahme wie beim Hartz IV hinsichtlich des Elterngeldfreibetrages i.H.v. 300,00 EUR be vorheriger Erwerbstätigkeit vor der Geburt des Kindes. Falls keine vorherige Erwerbstätigkeit vor der Geburt des Kindes vorliegen sollte, entfällt der Elterngeldfreibetrag i.H.v. 300,00 EUR.

Die Nachzahlung des Elterngeldes wird ab dem Folgemonat auf sechs Monate als Einkommen angerechnet.

Bzgl. des Einkommenssteuerbescheides ist die Lage leider strittig. Gilt das Eltergeld als normales Gehalt, müsste es in den Steuerbescheid des Entstehungsjahres eingetragen werden. Gilt das Elterngeld als Bonos o.ä., müsste es in den Steuerbescheid des Jahres, wo Sie das Geld erhalten haben. Jedoch würde ich Ihnen anraten bei Ihrem Steuerberater o.ä. nachzufragen.

 

Hallo,

wenn man sich vor der 2.Geburt schon in Elternzeit befand und davor natürlich berufstätig war, gilt man dann als erwerbstätig gewesen oder eher nicht?

"Die Nachzahlung des Elterngeldes wird ab dem Folgemonat auf sechs Monate als Einkommen angerechnet."  Heißt das, dass es nicht ab der Geburt angerechnet wird, sondern nur die letzten 6 Monate oder verstehe ich das falsch?

Vielen Dank!
 

Bei Ihnen wird dann trotzdem eine Erwerbstätigkeit festgestellt, da die Monate, in denen Elterngeld, Mutterschaftsgeld oder auch aufgrund von schwangerschaftsbedingter Erkrankungen die Arbeitsstunden reduziert (folglich auch das Einkommen) wurden, nicht bei der Berechnung des Elterngeldes berücksichtigt werden.

Daher werden ältere Einnahmen - bei Ihnen würde es wahrscheinlich bedeuten, falls Sie tatsächlich durchgehend Elterngeld ab dem ersten Kind bis zum zweiten Kind bezogen haben, die zwölf Monate vor der Geburt Ihres ersten Kindes berücksichtigt werden. Folglich bedeutet es, dass Sie erwerbstätig waren.

Nein, das bedeutet lediglich, dass die gesamte Elterngeldrückzahlung auf sechs Monate als Einkommen angerechnet werden.

Folgemonat heißt, dass die Anrechnung nicht ab dem Monat unverzüglich beginnt, wo Sie die Elterngeldrückzahlung erhalten haben, sondern lediglich, dass es ab dem Folgemonat als Einkommen berücksichtigt wird.

Beispiel:

Sie erhalten im Januar 2014 die Elterngeldrückzahlung. Geben dies bei der zuständigen Stelle an. Erst im Folgemonat, folglich im Februar 2014 wird das Elterngeld, welches Ihnen zurückgezahlt wurde, bei der Berechnung des Kinderzuschlages als Einkommen berücksichtigt.

 

 

Die Rückzahlung des Elterngeldes muss nach dem Zuflussprinzip, d.h. das Elterngeld ist dem Jahr steuerlich zuzuordnen, in dem sie eigentlich hätten zufließen sollen.

Daher müssen Sie die Elterngeldrückzahlung in der Steuererklärung für das Jahr 2012 und 2013 je nach dem, für welches Jahr die Rückzahlung gewährt wurde, eintragen.

 

Erstmal vielen Dank für die hilfreichen Antworten.

Wie verhält sich die Anrechnung beim Wohngeld?

 

Gern geschehen.

Auch bei der Berechnung von Wohngeld wird das Elterngeld berücksichtigt.

Es verhält sich wie beim Arbeitslosengeld I und BAföG.

Hierbei haben die Elterngeldberechtigten einen Freibetrag i.H.v. 300,00 EUR pro Kind. Der Mehrlingszuschlag i.H.v. á 300,00 EUR pro Mehrling bleibt auch anrechnungsfrei. Folglich bleiben 600,00 EUR bei Zwillingen anrechnungsfrei und 900,00 EUR bei Drillingen usw.

Hierzu wurde bereits ein Blogeintrag geschrieben:

http://jurarat.de/elterngeld-der-umfassende-ueberblick-teil-5-elterngeld...

 

Hallo, ich habe ein Antrag für Elterngeld bekommen, da ich 2010 Zwillinge bekommen habe. Damals war ich in Hartz 4 und habe das Geld gesplittet und 300 € bekommen die soweit ich weiß als Einkommen angerechnet wurden. Soll ich den Antrag jetzt stellen? Ich bekomme immer noch Hartz 4? Behält das Amt das Geld?

Hallo!

Ich habe eine Frage. Hast Du den Antrag für die Elterngeldnachzahlung automatisch zugeschickt bekommen, oder musstest du den Antrag anfordern?

Vielen Dank für die Antwort.

 

Guten Abend Doreen,

mit der Antragstellung auf Nachzahlung des Elterngeldes können Sie das Elterngeld für den Zwilling nachgezahlt bekommen, welches Sie damals nicht erhalten haben.

D.h. falls Sie das Geld ausgezahlt bekommen, wird das Geld als Einkommen berücksichtigt. Hatten Sie vor der Geburt der Zwillinge gearbeitet, haben Sie einen Elterngeldfreibetrag i.H.v. 300,00 EUR. Haben Sie vor der Geburt der Zwillinge nicht gearbeitet, wird das Elterngeld in voller Höhe angerechnet.

Wie das JobCenter in der Hinsicht die Nachzahlung des Elterngeldes berücksichtigt, ist leider noch fraglich. Ich kann Ihnen lediglich sagen, dass die Nachzahlung des Elterngeldes hinsichtlich des Kinderzuschlages auf sechs Monate als Einkommen aufgeteilt wird.

Soweit ich das beurteilen kann, müssen Sie sogar den Antrag stellen, um Ihre Hilfebedürftigkeit i.S.d. SBG II zu senken.

Liebe Grüße

Moin!

 

Dürfte ich mich an dieser Stelle mit einer ganz ähnlichen Frage einklinken? Wie verhält es sich den bei Elterngeldnachzahlungen? Wir werden demnächst ca 7200 Euro Elterngeldnachzahlung (Mehrlinge) erhalten und wollen etwas einen Monat später Wohngeld beantragen - Wie ist hier zu verfahren und wie wird dies angerechnet?

-Muss man die Nachzahlung überhaupt angeben?

-Kann man es einfach als Vermögen angeben, das verzehrt wird?

-Oder wird das vom Wohngeld als Elterngeld behandelt und dann eventuell auf 12 Monate verteilt und sollte dann anrechnungsfrei bleiben?

Über einen Hinweise wäre ich sehr dankbar - konnte gerade zu dem Sonderfall Elterngeldnachzahlungen und Wohngeld im Netz nichts Sinnvolles finden bisher.

 

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