Nicht ins Schleudern kommen: Tipps zu Winterreifen & Co

Nicht ins Schleudern kommen: Tipps zu Winterreifen & Co

22 Oktober 2014 - 15:00
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Rainer Sturm / pixelio.de

Im Oktober ist es wieder Zeit für den Reifenwechsel. Winterreifen sind Pflicht. Doch auch allein aus Sicherheitsgründen sollte man nicht darauf verzichten, die Bereifung an die kalte Jahreszeit anzupassen. Ob Neukauf oder Radwechsel, die Redaktion von anwalt.de gibt hilfreiche Tipps, damit man sicher unterwegs ist. Nicht nur auf der Straße, sondern auch unter rechtlichen Aspekten.

Fahren mit Winterreifen

Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte – das sind die Fälle, in denen laut § 2 Straßenverkehrsordnung (StVO) Kraftfahrzeuge nur mit Reifen gefahren werden dürfen, die mit M+S (Matsch und Schnee) oder mit der Schneeflocke und den drei Bergspitzen gekennzeichnet sind. Wer bei diesem Wetter mit Sommerreifen unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro.

Auswirkungen auf Versicherungsschutz

Wer bei winterlichen Verhältnissen mit Sommerreifen fährt, der kann zudem Ärger mit seiner Versicherung bekommen. Die unangemessene Bereifung kann dazu führen, dass der Schutz der Kasko-Versicherung teilweise entfällt. Bei einem Unfall können also erhebliche finanzielle Belastungen auf den Unfallverursacher zukommen. Denn hier steht dann der Vorwurf grob fahrlässigen Verhaltens im Raum, der es rechtfertigen kann, dass der Versicherer die Leistung verweigert.

Ausreichende Lamellierung

Bei älteren Winterreifen sollte man vor dem Aufziehen stets prüfen, ob er noch ausreichend Grip hat. Für eine sichere Fahrt sollten Winterreifen mindestens eine Lamellentiefe von 4 Millimetern aufweisen, raten Autoexperten. Nur so ist ausreichende Haftung vorhanden. Der Gesetzgeber zeigt sich etwas großzügiger. Ein Bußgeld droht erst ab einer Profiltiefe von weniger als 1,6 Millimetern. Das gilt für Winter- und Sommerreifen. Doch unabhängig davon: Abgefahrene Reifen sollten auf jeden Fall durch neue ersetzt werden.

Neue Kennzeichnungen für Reifen

Aufgrund zweier EU-Verordnungen haben im Laden verkäufliche Reifen seit letztem Herbst neue Kennzeichnungen, die auf bestimmte Eigenschaften der Reifen hinweisen. Damit soll der Verbraucher auf einen Blick beispielsweise besonders benzinsparende Reifen erkennen. Weitere Hinweise enthalten die Etiketten für die Sicherheit (Haftung auf nassem Untergrund) und den Lärmschutz (externe Rollgeräusche).

Nach dem Reifenwechsel

Sind die Reifen ausgetauscht, sollte man nach 50 bis 100 Kilometern die Radmuttern nachziehen lassen. Das gilt auch, wenn die Autoreifen in einer Werkstatt gewechselt wurden. Um zu vermeiden, dass sich schlecht angezogene oder zu locker montierte Räder lösen, sollte die Autowerkstatt darauf hinweisen, dass die Radmuttern nach dem Reifenwechsel nochmals nachgezogen werden sollten. Andernfalls kann sie im Fall eines Unfalls haften, wobei dann unter Umständen auch dem Autofahrer eine entsprechende Mitschuld angelastet wird. So hat das Landgericht (LG) Heidelberg einem Unfallverursacher eine Mitschuld von 30 Prozent für einen Autounfall zugesprochen, der deutliche Geräusche, die einen Radverlust angekündigt hatten, missachtet hatte (LG Heidelberg, Urteil v. 27.07.2011, Az.: 1 S 9/10).

Esther Wellhöfer, Redakteurin juristische Redaktion

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