Onlineshopping: Tipps & Tricks für Verbraucher

Onlineshopping: Tipps & Tricks für Verbraucher

17 Dezember 2014 - 14:00
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Thorben Wengert / pixelio.de

Zum Fest der Liebe besorgen sich viele die Geschenke für ihre Lieben im Internet. Onlineshopping ist nicht nur wegen seiner praktischen Seiten beliebt. Auch der gute Verbraucherschutz dürfte dazu beigetragen haben, dass der Kauf per Internet inzwischen zu einer Erfolgsstory geworden ist. Das Kernstück ist das 14-tägige Widerrufsrecht für Verbraucher. Die Redaktion von anwalt.de gibt rechtliche Tipps und Tricks zum Onlinekauf.

Widerrufsrecht 

Beim Onlinekauf, aber auch bei Verträgen per Telefon, Internet oder Fax hat der Verbrauer ein spezielles Widerrufsrecht. Bis zu vierzehn Tage nach dem Kauf per Internet kann der Käufer das Geschäft widerrufen – und zwar auch, wenn es an sich nichts zu beanstanden gibt. Die Widerrufsfrist beginnt, wenn der Käufer vom Verkäufer über sein Widerrufsrecht ausreichend belehrt wurde. Wurde er das nicht, ist sein Widerrufsrecht sogar unbegrenzt.

Besonderheiten

Allerdings gelten diese Verbraucherschutzregeln nicht für alle Fernabsatzgeschäfte. Kein entsprechendes Widerrufsrecht gibt es etwa beim Kauf leicht verderblicher Waren, Lebensmittel, Kosmetik. Das gilt ebenfalls, wenn man sich ein individuell bedrucktes T-Shirt kauft oder bei Software, die nach dem Download nicht mehr rückstandslos zurückgegeben werden kann. Bei DVDs und CDs ist eine Rückgabe innerhalb von 14 Tagen möglich, wenn sie noch originalversiegelt sind. 

Internetversteigerungen

Wer bei Internetauktionen auf eBay etwas „ersteigert“, kauft aus juristischer Sicht eigentlich etwas. Es liegt also ein Kaufvertrag vor. Der Käufer hat ein Widerrufsrecht. Anderes gilt für echte Versteigerungen, bei denen man online oder per Telefon mitbietet. Denn hier erwirbt der Ersteigerer den Gegenstand erst mit Zuschlag des Auktionators (BGH, Az.: VIII ZR 375/03).

Widerrufskosten 

Bei einem Widerruf hat der Käufer gegen Rücksendung der Ware Anspruch auf Rückzahlung des Kaufpreises. Wertersatz für die Zeit der Nutzung muss er seit einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs nicht mehr leisten – außer er hat die Sache in einer Weise genutzt, die über das Ausprobieren und Prüfen hinausgeht (EuGH, Az.: C-489/07). Bezüglich der Hin- und Rücksendekosten hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass dem Käufer grundsätzlich keine Versandkostenpauschale, sondern lediglich die unmittelbaren Kosten für die Rücksendung berechnet werden dürfen (EuGH, C-511/08).

Esther Wellhöfer, Redakteurin juristische Redaktion

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