Reisevorbereitung: So reagieren Sie richtig bei Reisemängeln

Reisevorbereitung: So reagieren Sie richtig bei Reisemängeln

25 Juni 2015 - 10:00
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© M.Rosenwirth - Fotolia.com

Jetzt beginnt die Ferienzeit. Viele nützen die freie Zeit für eine Reise. Doch manchmal endet der Traumurlaub in einem Fiasko. Das Hotelzimmer hält nicht, was im Reiseprospekt versprochen wurde. Ungeziefer in den Betten, eine defekte Klimaanlage, eine Großbaustelle neben dem Hotel, ein vermüllter Strand oder verdorbenes Essen – wie reagiert man darauf am besten? Die Redaktion von anwalt.de gibt Urlaubern Tipps rund um das Thema Reisemängel.

Die Reiseleitung informieren

Liegt ein Reisemangel vor, gilt es zunächst, diesen bei der Reiseleitung vor Ort zu reklamieren. Man bittet – am besten schriftlich – um Beseitigung oder Abhilfe des Mangels und setzt eine entsprechende Frist. Ist die Reiseleitung vor Ort nicht zu erreichen, sollte man sich an den Reiseveranstalter in Deutschland wenden, etwa per Fax.

Mängelanzeige bestätigen lassen

Die Mängelanzeige sollte man sich schriftlich vom Reiseleiter bestätigen lassen. Gibt es hier Probleme, kann sicher ein Miturlauber als Zeuge einspringen. Dann bitte auch daran denken, sich für eine entsprechende Kontaktaufnahme nach dem Urlaub die Kontaktdaten des Zeugen geben zu lassen.

Reisemängel gut dokumentieren

Wird der Reisemangel nicht behoben, sollte man ihn gut dokumentieren. Denn im Streitfall muss der Urlauber vor Gericht nachweisen, dass ein solcher vorgelegen hat. Hier helfen Aufnahmen mit der mitgenommenen Videokamera oder Fotos mit der Kamera oder mit dem Smartphone. Ist das in der Situation nicht möglich, sollte man auf Zeugen zurückgreifen. Zudem sind genaue Notizen hilfreich. Entscheidend ist, dass der Umfang und die Dauer detailliert und eindeutig dokumentiert sind.

Zu Hause rechtzeitig handeln

Nach der Rückkehr und dem Urlaubsende sollte man nicht zu lange warten, bis man Ansprüche wegen Reisemängeln geltend macht. Das Gesetz sieht eine Frist von einem Monat vor. Sie beginnt mit dem vertraglich vereinbarten Ende der Reise zu laufen. Die Geltendmachung sollte wiederum am besten schriftlich erfolgen. Da hier im Streitfall auch der Zugang nachgewiesen werden muss, ist eine Zustellung per Einschreiben mit Rückschein zu empfehlen.

Wie viel man erstattet bekommt

Zum Ausgleich für Reisemängel kommt eine Erstattung der Reisekosten in Betracht, d. h. der Reisepreis wird – je nach Schwere und Dauer der beeinträchtigten Urlaubsfreude – entsprechend prozentual gemindert. Liegen mehrere Mängel vor, werden die prozentualen Minderungssummen addiert. Bei Pauschalreisen kann die sog. Frankfurter Tabelle als Orientierungshilfe herangezogen werden. Allerdings wird im Fall eines Prozesses das Gericht die konkrete Höhe des Minderungsanspruchs festlegen. 

Esther Wellhöfer, Redakteurin bei der anwalt.de services AG

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