Widerspruch gegen Eigenbedarfskündigung

Gespeichert von Volker Seibel am 28. Oktober 2014 - 21:41

Hallo,

in einem eigenen, von uns selbst bewohnten Einfamilienhaus haben wir eine Einliegerwohnung im Keller an eine 74-jährige Dame vermietet. Sie wohnt dort seit dreieinhalb Jahren (Erstbezug).

Leider trat nun der nicht absehbare Fall ein, dass den Eltern meiner Frau die Wohnung wegen Eigenbedarf gekündigt wurde. Sie müssen bis zum 31. März 2015 aus der Wohnung raus.

Beide sind ebenfalls schon älter und leben von einer bescheidenen Rente. Da sie nicht mehr umziehen wollen, ist der Plan, dass sie in unsere Einliegerwohnung ziehen. Das hätte auch für uns den Vorteil, dass sie sich tagsüber um unsere schulpflichtige Tochter kümmern könnten, da wir beide Vollzeit berufstätig sind. Au?erdem entfällt die umständliche Hin- und Herfahrerei.

Deswegen haben wir unserer Mieterin ebenfalls eine ordentliche Eigenbedarfskündigung ausgesprochen. Kulanterweise haben wir die Kündigungsfrist um zwei Monate verlängert und den 31. Januar 2015 als Termin gesetzt. Es war ja nie unsere Absicht oder geplant gewesen, da auch meine Schwiegereltern davon ausgingen, bis an ihr Lebensende in der Wohnung bleiben zu können.

Heute ist nun ein schriftlicher Widerspruch gegen unsere Kündigung bei uns eingegangen. Die Begründung lautet trotz allergrößter Bemühungen keine Wohnung in entsprechender Größenordnung und finanzieller Möglichkeiten gefunden zu haben. Maklergebühren kann sie nicht tragen und ihre Gesundheit wäre angeschlagen (wohl Knieprobleme und es stand ang. eine Knieoperation an, die sie immer weiter rausschiebt). Außerdem wäre es schwer, im Winter eine Wohnung zu finden und wir hätten ihr ja unter Zeugen ein langfristiges Mietverhältnis versichert.

Uns stellt sich natürlich jetzt die Frage, was wir tun könnne, damit nicht unsere Eltern/Schwiegereltern Ende März 2015 ein großes Problem haben.

Lieben herzlichen Dank schon mal im Voraus für alle konstruktiven Antworten.

Freundliche Grüße

Volker Seibel

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Guten Abend Volker Seibel,

Sie müssen den Widerspruch Ihrer Mieterin nicht einfach so hinnehmen, sondern können Sie beweisen lassen, welche Bemühungen sie anstrebt. Ich würde Ihnen empfehlen, die Nachweise schriftlich zu fordern und Ihre Mieterin höflichst darauf hinweisen, dass sie um von ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch machen zu können, die Aussagen nicht alleine ausreichen.

Es ist ganz normal nicht auf die schnelle als ältere Person eine Wohnung zu finden, jedoch ist dies nicht unmöglich und begründet auch nicht damit, dass die Eigenbedarfskündigung unwirksam wird. Die Frist kann sich höchstens verlängern.

Sie können ihr auch vorschlagen mit ihr eine Alternativwohnung zu suchen etc., damit die Suche schneller vergeht. Jedoch sollten Sie, bevor Sie ihr nochmals eine verlängerte Frist der Kündigung einräumen, ihr aussagen, dass ohne Nachweise keine Kündigungsfristverlängerung erwirkt werden kann.

Ansonsten sieht der Sachverhalt so aus, dass Ihre Mieterin solange in der Wohnung bleibt bis das im schlimmsten Fall vor Gericht enden könnte.

Ich würde an Ihrer Stelle nochmals versuchen, Ihrer Mieterin bei der Wohnungssuche zu helfen. Ältere Menschen ziehen nicht gerne von ihrer gewohnten Umgebung aus.

 

Viele Grüße,

Justus

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