Frage zum Artikel: Spind im Schwimmbad aufgebrochen - wer haftet?

Gespeichert von nubbler am 10. August 2015 - 22:03

Hallo zusammen,

Prinzipiell habe ich so einen Fall wie im Artikel beschrieben - Spind wurde aufgebrochen, Geldbeutel und Smartphone entwendet, es gibt keinerlei Hinweise auf die vorhandenen Wertschließfächer, in der Vergangenheit wurden schon einmal Spinde aufgebrochen - keine Hinweise auf die Aufbruchsgefahr usw. - laut Artikel müsste ja eigentlich die Ausnahme greifen.

Die Reaktion der Haftpflichtversicherung des Schwimmbades auf den Musterbrief war nun negativ. Sie sei nicht zuständig da sie nur für vorsätzliches oder fahrlässiges Handeln der Mitarbeiter haftet und die von unbekannten dritten begangene Straftat müsse sie sich nicht zurechnen lassen, es gab bisher nur 2x Spindaufbrüche und die Wertschließfächer seien im Innenbereich gut sichtbar. Man ist auf die Argumente im Musterschreiben also gar nicht großartig eingegangen.

Gibt es hier schon Erfahrungen zum im Artikel hinterlegten Musterbrief? Gibt es Urteile auf die man sich beziehen kann? Das im Artikel genannte Urteil geht ja eher in die andere Richtung...

Ich denke der Knackpunkt sind hier zwei Dinge: Ab wieviel Aufbrüchen ist es, wie im Artikel genannt ein "wiederholter" Aufbruch, wie lange müssen diese vorherigen Aufbrüche her sein und ab wann genügt es wenn die Wertspinde gut sichtbar sind? Oder kommt es darauf nicht wirklich an?

Wenn ich mir das verlinkte Urteil ansehe, scheint es ja wirklich auf die Details anzukommen, d.h. die im Blog beschriebene Ausnahme greift nicht immer?

Wie könnte man am besten auf den negativen Bescheid reagieren? In meinem Fall sind wir direkt in den Außenbereich gegangen, man hatte hier keine chance die Wertsachenspinde ohne Hinweise zu entdecken. Und selbst wenn man sie im Innenbereich später entdeckt, wer läuft dann schon zurück und packt seine Sachen um.  Müsste ein Hinweis darauf nicht zwingend im Eingangs- bzw. Umkleidebereich sein?

Bin für jeden weiteren Tipp dankbar.

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Hallo. Das ist leider ein sehr ärgerliches Thema. Kenne ich aus eigener bitterer Erfahrung. Meine Erfahrung bisher war, dass sich der Betreiber des Schwimmbades sich weigert sich überhaupt mit dem Thema zu beschäftigen. Wenn man als Normalsterblicher ein fundiertes Schreiben verschickt, wird man nicht ernst genommen.

Eine Chance hat man nur, wenn man sich einen passenden Anwalt sucht und der sich an die Betreiber wendet. Wirklich hilfreiche Urteile kenne ich leider keine. 

Die beste Reaktion ist meines Erachtens einen Anwalt zu suchen (geht hier auch über die Anwaltssuche) und den mal den Fall zu schildern. Da kommt es wirklich aus Details an. Der wird eine erste Einschätzung geben, wie da die Chancen stehen. Wenn er sagt, die Chancen stehen gut, dann würde ich den Anwalt damit beauftragen. Vorher muss man i.d.R. auch nichts bezahlen.

Wie es weitergeht, würde mich auch interessieren. Viel Glück!

Hallo,

vielen Dank für die Rückmeldung. Nunja, ich hatte gehofft der Anwalt wäre der letzte Weg. D.h. ein auseinandersetzen mit der Versicherung macht dann keinen Sinn mehr, und man muss zunächst mit dem Betreiber quasi direkt die rechtliche Auseinandersetzung führen damit erstmal überhaupt klar ist, ob ein Verkehrssicherungspflichverstoß vorliegt?

Aber, etwas überspitzt gesagt, macht ja dann der Blogeintrag in dieser Form wenig Sinn? Wozu einen aufwendigen Musterbrief entwerfen wenn es sich der Betreiber so oder so "einfach" machen kann? Gibt es wirklich nicht mehr "Substanz" hinter dem Blogeintrag (Urteile/Fallbeispiele)?

Ein Versicherungsombudsmann wäre aus meiner Sicht eine gute Lösung, aber dies entfällt in diesem Fall da es ja nicht meine eigene Versicherung ist sondern über einen dritten geht. Gibt es für solche Fälle ähnliche Alternativen?

danke und grüße

 

 

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