Vergleich Kostenvoranschlag Kieferorthopäde

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am 29. September 2013 - 14:44

Guten Tag,

ist es rechtens und somit auch möglich, bei einer bereits eingeleiteten kieferorthopädischen Behandlung einen weiteren Kieferorthopäden hinzuzuziehen, um die Kostenvoranschläge und auch die Behandlungsmethoden miteinander zu vergleichen?

Oder hat der bereits konsultierte Kieferorthopäde DANN ein Recht auf Beendigung der Behandlung beim Patienten?

Da ich bereits einen Kostenvoranschlag erhalten habe, aber bei der Menge an unterschiedlichen Positionen, die veranschlagt sind gar nicht weiß, ob die a. alle nötig sind und b. ob sie im Nachgang auch umgesetzt werde (Materialien etc.) möchte ich gerne eine zweite Meinung einholen.

Ist das machbar?

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Guten Tag,

soweit uns als Eltern von Kindern, die selbst eine kieferorthopädische Behandlung benötigten, erklärt wurde, konnten wir nur dann unseren Arzt wechseln, wenn dieser tatsächlich irgendetwas falsch gemacht hat oder er uns Unmengen von hohen Kosten immer und immer aufgesetzt hat und sich nicht an den Behandlungsplan gehalten hat. Das ist dann der Fall, wenn bereits in dem ersten Jahr verhältnismäßig hohe Kosten entstanden sind, die fast über die Hälfte der Kosten ausmachen, die im Kostenvoranschlag benannt wurde.

Da hatten wir nämlich mit unserer Krankenkasse gesprochen und die hatten uns dann genehmigt, dass wir den Arzt wechseln konnten, obwohl wir bereits seit eineinhalb Jahren bei dem von uns konsultierten Kieferorthopäden die Behandlung durchführen ließen. Es ergab sich letztlich, dass der Kieferorthopäde immer mehr Geld von uns abzocken wollte, als vereinbart war und die Behandlung in die Länge zog, obwohl die Behandlungen nicht notwendig waren.

Ansonsten sollte man aufgrund des Behandlungsplanes bei dem einen Arzt bleiben, wenn hierbei keine betrügerischen Absichten - wie bei uns - vorhanden sind.

Die Vergleiche unter den Kieferorthopäden sollten vor der Behandlung unternommen werden und nicht währenddessen, weil man sich ja mit dem Behandlungsplan mit einem Arzt und mit der Zustimmung der Krankenkasse darauf verlässt, dass am Ende ein Erfolg zu erkennen ist. Die Krankenkassen wollen ja auch nicht immer und immer wieder die Kosten übernehmen für Fälle, wo es keinen Erfolg gibt. Das ist ja auch nicht Sinn und Zweck der Sache.

Haben Sie denn bereits einen Behandlungsplan und ist die Krankenkasse schon informiert worden? Wenn nicht, würde ich an Ihrer Stelle nochmals Ihre Krankenkasse fragen, die sind in solcher Hinsicht wirklich sehr hilfreich.

Grüße,

Familie Mars

 

 

Guten Tag,

sind Sie denn bereits in Behandlung?

Falls Sie noch nicht in Behandlung sind, könnten Sie selbstverständlich nach anderen Meinungen Ausschau halten. Ist die Behandlung bereits begonnen, so müssten Sie einen wichtigen Grund haben, um den Kieferorthopäden zu wechseln.

Soweit ich Sie richtig verstanden haben, möchten Sie sich über die Behandlungsmethode unabhängig von einem Wechsel, informieren. So haben Sie das Recht, sich vor Behandlung zu informieren.

Hat jedoch die Behandlung schon begonnen, so empfiehlt sich, dass Sie nochmals genau über die Behandlungsmethode mit Ihrem Kieferorthopäden sprechen. Falls dieser Ihnen nicht hilfreich seien sollte, können Sie auch bei Ihrer Krankenkasse nachfragen, die wissen in solcher Hinsicht genau Details, wie viel was beträgt.

Gibt es jedoch während der Behandlung Probleme mit dem Kieferorthopäden, weil dieser sich nicht an den Rahmenplan hält oder weil viel höhere Kosten als vereinbart entstehen (soweit uns bewusst ist, gibt es eine bestimmte prozentualer Ansatz, der über den Kostenvoranschlag liegen kann, da immer mal etwas passieren kann, der eine Erhöhung des Kostenvoranschlags rechtfertigt - jedoch nicht mehr als 50 %!), so können Sie unter bestimmten Voraussetzungen den Kieferorthopäden wechseln. Grundsätzlich will aber die Krankenkasse, dass die Behandlung zügig verläuft, wenn immer wieder Behandlung durch den Wechsel des Kieferorthopäden unterbrochen wird, kann diese auch nicht zügig vonstatten gehen. Daher soll die Behandlung grundsätzlich in der Hand des einen gewählten Kieferorthopäden bleiben.

Daher sollte bei einem Wechsel die Krankenkasse kontaktiert werden. Dieser muss dann verstellen, ob die Behandlung abgebrochen wird durch den Wechsel oder bei einem anderen Arzt, der dann die Patientenakte anfordert, weitergeführt wird.

Ein wichtiger Grund kann bspw. darin liegen:

  • Wohnortwechsel durch Umzug
  • Wegfall der Vertrauensgrundlage
  • Arztwechsel in der Praxis

Ist der Krankenkasse der Grund des Wechsels nachvollziehbar, wird sie die Kosten so wie vereinbart tragen.

Sieht die Krankenkasse jedoch in dem Wechsel des Kieferorthopäden keinen wichtigen Grund, so kann sie dieses mit einem Abbruch der Behandlung gleichsetzten. Demnach müssten Sie die Mehrkosten selbst tragen, gem. § 76 Abs. 2 SGB V (http://dejure.org/gesetze/SGB_V/76.html).  Hierbei kommt es auf die objektive Tatbestandsvoraussetzung des Behandlungsabschlusses an. 

Bei den o.g. "wichtigen Gründen" ist der Abschluss der Behandlung objektiv als auch subjektiv mit dem vereinbarten Arzt nicht mehr möglich, sodass die Krankenkasse zur Erstattung der Restkosten aus dem Behandlungsplan verpflichtet bleibt, gem. § 76 Abs. 3 SGB V (http://dejure.org/gesetze/SGB_V/76.html). Hierbei kann der Versicherte innerhalb eines Kalendervierteljahres den Arzt beim Vorliegen eines wichtigen Grundes gem. § 76 Abs. 3 SGB V (http://dejure.org/gesetze/SGB_V/76.html) wechseln.

Ich hoffe, Ihnen mit den Ausführungen geholfen zu haben.

 

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