Werkstatt montiert fremde Räder auf das Auto

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am 13. Oktober 2013 - 22:35

Guten Abend,

ich hoffe, man kann mir hier helfen. Ich habe mein Auto in einer Werkstatt gehabt, in der es in der Vergangenheit schon immer Ärger gegeben hatte. Es wurde dort bis vor Kurzen nie etwas Schriftlich mit dem Kunden gemacht, so daß man sich hinterher immer zu seinen Gunsten rausreden konnte. Generell wird man dort dem Kunden gegenüber auch sehr schnell patzig und gibt nie die Schuld zu.

Nur, weil es in der Nähe meines Wohnort liegt, und ich gedacht habe, beim Reifenumstecken können sie ja nichts falsch machen, gab ich mein Auto dort hin. Im Frühling ließ ich dann meine Winterräder dort einlagern. Nun ließ ich sie wieder draufstecken. Einen Einlagerungsbeleg für die Winterreifen hatte ich nicht, da es damals noch nicht gemacht wurde - jetzt jedoch. Als ich das Fahrzeug abholte, sah ich sofort an den Felgen, das dies nicht meine waren. Ich dachte aber, daß das eine Wiedergutmachung für das vorangegangene Theater mit denen sei. Ich fuhr schnell nach Hause, und merkte nur, daß der Wagen extrem bei Regen rutscht, ja fast nicht steuerbar ist. Ich hatte aber einen Termin, und sah mir erst am nächsten Tag die Reifen an: Es sind nicht meine! Es sind Reifen einer ganz anderen (Billig-) Marke und sie sind 10(!) Jahre alt!!! Kein Wunder also, daß sie rutschen. 

Sie scheinen aber ungefahren zu sein (man sieht es an den Gumminasen seitlich). Trotzdem ändert es aber nichts daran, daß die Räder lebensgefährlich beim Fahren bei Nässe und mit Sicherheit dann auch bei Schnee sind. Ich habe von meinen Rädern eine Rechnung. Diese sollte beweisen, daß der Wagen diese Räder drauf hatte, und ich sie einlagern ließ. 

Nun ist meine Frage: Wenn die Werkstatt ableugnet, mir falsche Räder ans Fahrzeug montiert zu haben, und meinen Beweis (die Rechnung) ignoriert. Bekäme ich bei einer Klage hier Recht?

Ich will mein (Eigentum) an meinen Rädern wieder an mein Fahrzeug haben. Wenn sie sie nicht wieder finden, müssen sie sie ersetzen. Aber ich kann auf gar keinen Fall mit den jetzigen Reifen fahren. 

Wie sieht meine Lage hier aus?

 

Danke im Voraus für die Antworten. 

 

Viele Grüße

 

Vera

 

 

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Hallo Vera,

mit Sicherheit können Sie Ihr Recht geltend machen. Schließlich sind Sie immer noch Eigentümerin der Reifen. Sie sollten jedoch schnellstmöglich handeln. Waren Sie bereits in der Werkstatt und haben den Irrtum dort angemeldet? Denn das müssen Sie „ohne schuldhaftes Zögern“ tun. Und nicht erst, nachdem Sie eine Weile mit den falschen Reifen fahren. Schließlich stellen die Reifen auch eine Gefahr für die Allgemeinheit dar.

Falls die Werkstatt Ihre Reifen tatsächlich verloren haben sollte, dann müssen sie für den Schadenersatz – hier entweder Ersatz der Reifen oder Wertersatz leisten. Waren Ihre Reifen neu? Müssten Sie den Neupreis an Sie zahlen, waren sie jedoch gebraucht, dann nur einen gebrauchten Preis.

Da Sie keinerlei Quittungen für die Lagerung, wo auch der Preis beschrieben ist, haben etc., könnte die Beweisbarkeit schwer sein.

Gut ist jedoch, dass die Werkstatt Ihnen schon einmal Reifen gewechselt hat, dass bedeutet objektiv, dass Sie Kunde der Werkstatt waren/sind. Dies kann die Werkstatt erstmals nicht verleugnen. Ich unterstelle einmal, dass Sie auch nur ein Auto haben, wofür Sie dann die Reifen, wovon dann Ihre Quittung ist, gekauft haben.

Daher könnten Sie diese Argumente vorbringen.

Haben Sie Fotos von Ihrem Fahrzeug mit den Reifen bzw. Felgen? Diese könnten Sie dann auch beim Gespräch mit der Werkstatt vorbringen, die sich dann positiv für Sie auswirken können.

Jedoch ist hier angebracht, sehr schnell zu handeln. Melden Sie schnell den Irrtum bei der Werkstatt an. Denn je mehr Zeit auch vergeht, wird die Glaubwürdigkeit Ihrer Person zweifelhaft.

Wir hoffen, Ihnen damit geholfen zu haben.

Uebergang21

Vielen lieben Dank für Ihre Mühe!

Ich bin nur nach Hause mit dem Fahrzeug gefahren, weiter nicht. Gestern Abend (es ist anders wegen meiner Arbeitszeit und dem Weg nicht möglich) habe ich das Auto samt der Rechnung vom Reifenkauf und einem Brief, wo ich den Mechaniker auf die Verwechselung aufmerksam mache, und meine Reifen fordere wieder zur Werkstatt gebracht.

Heute Nachmittag rief mich der Mechaniker an. Ich habe ja befürchtet, da ich dort schon Einiges erlebt habe, dass sie alles abstreiten. Das taten sie aber nicht. Geglaubt habe ich die Ausrede trotzdem nicht: Es war ein ganz andere Mechaniker, der heute zufällig Urlaub hat, gewesen, der etwas dämlich war. Und er war wohl auch zufällig blind beim Draufstecken, so daß er nicht die DOT-Nr. gesehen hat, obwohl er die richtige Reifenlaufrichtung komischerweise gesehen hat.Es hat ihm auch nicht gewundert, daß die Reifen, die er aufmontiert hat, (wenn auch fast 10 Jahre alt) völlig neuwertig (vom Profil und den Gumminasen her) waren, wobei meine doch drei Jahre gelaufen und runderneuert waren....

Da ich dort schon einiges Schlechtes erlebt habe, ist mir klar, daß dies nur eine dumme Ausrede ist. Das ist mir aber egal, denn nun hat der Wagen meine Reifen wieder drauf. 

Ich werde nun aber jeden Reifen (trotzdem sie nun ja Einlagerungsbelege ausstellen) einzeln und zusammen am Auto fotografieren. Dann habe ich noch einen zusätzlichen Beweis.

Nochmals vielen Dank für Ihre Mühe und einen schönen Abend.

Viele Grüße

Vera

Hallo Vera,

das klingt doch sehr gut! Das freut mich für Sie und danke für die Ressonanz.

Ihnen ebenfalls einen schönen Abend.

Uebergang21

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