Wette - Wetteinsatz gerichtlich durchsetzbar?

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am 2. Dezember 2013 - 21:02

Vor einigen Tagen haben ein paar Kumpels und ich herum gescherzt. Dann kam ein Bekannter hinzu. Dieser ist mit nicht allzu sympathisch, sodass wir uns teilweise ziemlich blöd anmachen. Am Ende kam es dann dazu, dass er mit mir unbedingt wetten wollte. Ich wollte das eigentlich nicht. Aber als er dann anfing neben meinen anderen Kumpels zu erzählen, dass ich ein "Angsthase" bin usw., fühlte ich mich irgendwie herausgefordert und habe so der Wette zugestimmt.

Wie ich bereits befürchtet hatte, habe ich die Wette verloren. Mein Wetteinsatz war meine neue Uhr, die nicht gerade günstig war.

Ich wollte mich hier deshalb informieren, ob ich rechtlich verpflichtet bin, dem Bekannten meine Uhr auszuhändigen? Haben wir mit der Wette einen Vertrag abgeschlossen? Kann der Bekannter, wenn ich meine Uhr nicht herausrücke, gerichtlich die Herausgabe durchsetzen?

Ich wäre für Antworten sehr dankbar!

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Wettschulden sind Ehrschulden, die rechtlich gesehen nicht zu erfüllen sind, gem. § 762 BGB. Das wiederum bedeutet, dass der Wetteinsatz auch gerichtlich nicht durchgesetzt werden kann.

Bei der Wette handelt es sich um einen Wettvertrag i.S.v. § 762 BGB (http://dejure.org/gesetze/BGB/762.html), der keine Verbindlichkeit begründet. Ohne Verbindlichkeit liegt auch kein Rechtsgeschäft vor, woraus sich ein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch begründen ließe.

Zahlt jedoch der Verlierer einer Wette den Wetteinsatz an den Gewinner oder händigt er eine Sache als Wetteinsatz dem Gewinner aus, so kann er das im Nachhinein nicht zurückfordern und sich darauf beruhen, dass keine Verbindlichkeit bestehe, gem. § 762 Abs. 1 S. 2 BGB.

Daraus folgt, dass der Wetteinsatz auch über die bereicherungsrechtlichen Regelungen gem. §§ 812 ff. nicht zurückgefordert werden kann, weil hierbei an dem „Rechtsgrund“ aufgrund § 762 Abs. 1 S. 2 BGB fehlt. Daher ist  § 762 Abs. 1 S. 2 BGB  kondiktionsfest.

Falls Ihnen Ihre Uhr wertvoll ist, händigen Sie dem Gewinner diese nicht aus. Händigen Sie diese jedoch aus, können Sie sie rechtlich betrachtet nicht wieder herausfordern.

Uebergang21

Da bin ich aber sehr beruhigt. Ich war schon sehr traurig, dass ich die Uhr weggeben muss. Die schnelle Antwort hat mir wirklich viele Sorgen abgenommen, vielen, vielen Dank.

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